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IFPI heizt Streit um Tantiemen neu an

Die GEMA konnte ihre Bilanz im Jahr 2003 stabil halten. Das verdankt die Gesellschaft nicht zuletzt den Zuwächsen bei Lizenzerlösen aus Klingeltönen. Mit einer scharfen Erklärung entzündet Verbändechef Gerd Gebhardt nun den schwelenden Tantiemen-Streit neu.

Die GEMA konnte ihre Bilanz im Jahr 2003 stabil halten. Das verdankt die Gesellschaft nicht zuletzt den Zuwächsen bei Lizenzerlösen aus Klingeltönen. Mit einer scharfen Erklärung entzündet Gerd Gebhardt als Vorsitzender der Phonoverbände nun den schwelenden Tantiemen-Streit neu: „Mit ihren überzogenen Vergütungsforderungen gefährdet die GEMA den Aufbau neuer Geschäftsfelder“, erklärt Gebhardt. „Die Forderungen für Musikangebote im Internet und auf Handys liegen weit über dem ohnehin schon hohen Satz für die CD-Auswertung. Sie sind historisch und im internationalen Vergleich völlig inakzeptabel.“ Gebhardt rät den IFPI-Mitgliedern deshalb angesichts der seit Ende 2003 laufenden Schiedsverfahren über die angemessene Höhe der Autorenvergütung, von denen sich zwei auf die Auswertung von Musik über das Internet und über mobile Dienste beziehen, weiterhin zur Einzahlung der strittigen Beträge auf Sperrkonten. Dass die Lizenzeinnahmen aus dem Digitalvertrieb und der mobilen Unterhaltung zunehmend an Bedeutung gewinnen, : Die Lizenzeinnahmen der Gesellschaft stiegen im Jahr 2003 um rund 300 Prozent auf rund 5,4 Mio. Euro.

Gebhardt kritisiert zudem das Vorgehen der GEMA, Lizenzen nicht mehr mit den Tonträgerherstellern, sondern mit Onlinehändlern und Klingelton-Anbietern direkt verhandeln zu wollen. Dies mache den Händlern zusätzliche Arbeit und behindere die schnelle Auswertung von Musik in den neuen Bereichen. „Für CDs werden die Autorenrechte natürlich nicht von den Musikläden, sondern von den Tonträgerherstellern gezahlt, um den bürokratischen Aufwand zu minimieren. Dass die GEMA hiervon im Online- und Mobilbereich abweichen will, zeigt, dass sie die Interessen ihrer Partner ignoriert und legt die Vermutung nahe, dies geschehe ausschließlich, um die zu hohen Vergütungen gegen noch ungeübte Verhandlungspartner durchzusetzen“, heißt es im Statement des Bundesverbands. Gebhardt ergänzt: „Es wird Zeit, dass die GEMA an den Verhandlungstisch zurückkehrt.“ Mit ihrer restriktiven Haltung schade sie einer schnellen Musikauswertung und den Interessen der angeblich von ihr vertretenen Mitglieder.

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