Die IFPI hat in London ihren diesjährigen Piraterie-Report vorgestellt. Demnach sind mehr als ein Drittel aller weltweit gehandelten CDs Fälschungen. So sollen im Jahr 2005 rund 1,2 Milliarden illegal hergestellte Tonträger verkauft worden sein. Den dadurch für die Musikbrache entstandenen Schaden schätzt die IFPI auf 4,5 Milliarden Dollar.
Auch das Internet ist laut IFPI ein Piraterie-Herd: Rund 20 Milliarden Songs seien dort unrechtmäßig getauscht oder heruntergeladen worden. Allerdings sei an dieser Zahl auch abzulesen, welch großes Potenzial für den legalen Online-Handel sich noch in diesem Medium verbirgt. IFPI-Chef John Kennedy zeigte sich optimistisch, künftig mit den Internet-Providern zu gemeinsamen Lösungen im Kampf gegen die Piraterie zu kommen. „Die Zeit ist reif, erneut zu erörtern, wer für welche Aufgaben im Internet verantwortlich ist“, äußerte sich Kennedy im Rahmen des Berichts.
Nach den IFPI-Zahlen hat sich die Anzahl der beschlagnahmten CDs auf 80 Millionen verdoppelt. 40.000 Raubkopierer gingen den Behörden dabei ins Netz, 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zudem habe es in einigen Ländern, etwa in Brasilien, Mexiko und Spanien, Rechtsverbesserungen gegeben. Trotzdem stehen die genannten Länder weiterhin in der Aufstellung der zehn Nationen, in denen die IFPI den größten Handlungsbedarf sieht. Außerdem auf der Liste: Kanada, China, Griechenland, Indonesien, Italien, Russland und Süd-Korea.
Mehr zum Thema The Recording Industry 2006: Piracy Report (PDF)






