Die orange Revolution in der Ukraine zeigt auch positive Wirkung für die Musikbranche. Das ukrainische Parlament verabschiedete nun ein Gesetzespaket, das die Rechtslage für CD- und DVD-Presswerke auf ein internationales Niveau bringt. Das Gesetz zu laserlesbaren Discs wurde bereits im Jahr 2002 auf Druck der US-Regierung verabschiedet, war aber so löchrig und daher wirkungslos, dass die USA Handelssanktionen gegen das osteuropäische Land verhängten.
Mit der Novelle reagiert die neue ukrainische Regierung unter Präsident Wiktor Juschtschenko nun auf den Druck des Westens, der seit Jahren eine Reform der Gesetzgebung im Bereich des geistigen Eigentums fordert. Bislang produzieren ukrainische Presswerke rund 50 Mio. CDs pro Jahr – nach Ansicht der Entertainmentbranche ist das dreimal mehr als der tatsächliche Bedarf an legalen Trägern.
Bei der IFPI zeigte man sich daher über die jüngste Entwicklung erfreut: „Das enorme Ausmaß der Piraterie hat internationale Investoren vor der Ukraine zurückschrecken lassen“, erklärte IFPI-Chef John Kennedy. „Dieses Gesetz wird wahrscheinlich einen positiven Einfluss auf die angestrebte Mitgliedschaft der Ukraine in der WTO haben.“ Laut IFPI-Schätzungen liegt die Pirateriequote im Musikbereich in der Ukraine bei 65 bis 70 Prozent, der Schwarzmarkt setzt dabei pro Jahr rund 42 Mio. Dollar um.






