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idkv zeigt auch international Flagge: Erfolg in Amsterdam, Ernüchterung in Brüssel

Selten zuvor habe der idkv – Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft laut Präsident Jens Michow „an derart vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen“ gehabt wie zuletzt. Ein Schwerpunkt war die Musikmesse A2A in Amsterdam.

Mit dem Slogan „idkv – Your Access to German Promoters, Managers and Agents“ präsentierte sich der Verband auf der Musikmesse Access to Amsterdam (A2A) vom 17. bis 20. Oktober als Ansprechpartner für internationale Künstler, Veranstalter, Manager und Agenten, die Kontakte zu Branchenkollegen in Deutschland suchen. Neben einer Fachausstellung und einem umfangreichen Kongressprogramm fanden an den vier Messetagen rund 300 Auftritte von Acts aller Genres in den zahlreichen lokalen Musikclubs statt.

„Die A2A war die größte Showcase-Veranstaltung, die es bisher in Europa gegeben hat“, bilanziert Jens Michow. Der idkv war als einziger Aussteller aus Deutschland mit einem Stand vertreten. Die Kosten des Auftrittes wurden großteils von der Wirtschaftsbehörde der Hansestadt Hamburg übernommen, die sich als bedeutender Standort von Medienunternehmen darstellte.

„Wir haben in Amsterdam im Interesse unserer Mitglieder zahlreiche interessante Kontakte zu den rund 1000 Messebesuchern anbahnen können“, freute sich idkv-Vorstandsmitglied Michael Bisping (A.S.S. Concert & Promotion GmbH). „Jeder Standbesucher, der Verbindungen zu Branchenpartnern in Deutschland suchte, wird von uns eine maßgeschneiderte Liste unserer Verbandsmitglieder erhalten, so dass er mit einem passenden idkv-Mitglied Kontakt aufnehmen kann“, ergänzte Bisping.

Auch sein idkv-Vorstandskollege Michael Schacke (Undercover Entertainment) zeigte sich zufrieden: „Die Showcases der A2A boten für alle Talentsucher, Agenten, Manager und Veranstalter eine hervorragende Möglichkeit, sich junge Bands und Einzelinterpreten aller Genres anzuhören“. Auch er habe zwei Künstler gefunden, mit denen er künftig zusammenarbeiten werde.

Schacke zeigte sich erstaunt, dass nur wenige Kollegen aus Deutschland diese Chance genutzt hätten. Der idkv solle auch nächstes Jahr unbedingt wieder in Amsterdam dabei sein – wie sich Schacke wünscht „dann vielleicht mit einem Gemeinschaftsstand, an dem sich interessierte Mitglieder präsentieren können.“

Als insgesamt enttäuschend kennzeichnet der idkv die Ergebnisse der ersten EU-Konferenz zu Themen der europäischen Musikwirtschaft, zu der die belgische EU-Präsidentschaft am 13. Oktober nach Brüssel geladen hatte. Eine programmatische Unterstützung für die populäre Musik scheine von Seiten der EU vorerst nicht zu erwarten, konstatierte Jens Michow, der als Gastredner auftrat, ernüchtert.

Die Veranstalter hatten aus allen Bereichen der Musikindustrie Referenten geladen, die vor den Repräsentanten der Europäischen Kommission und den rund 200 Konferenzbesuchern über die Probleme ihrer Branchenbereiche berichteten, Maßnahmen zur Unterstützung der Musikwirtschaft einforderten sowie Vorschläge für eine europäische Aktion im Bereich der Musik unterbreiteten.

Als „gute Idee“ lobte Jens Michow das Dialogforum Musik, das die CDU mit exponierten Vertretern aller Segmente der Musikwirtschaft erstmals in Berlin am 26. Oktober ausrichtete. Themen waren eine Erörterung der Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage zur Pop- und Rockmusik sowie das geplante Urhebervertragsrecht. Das Treffen soll künftig ein- bis zweimal jährlich stattfinden. „Allerdings wird die Effizienz davon abhängen, inwieweit es gelingt, den Veranstalter zu motivieren, die angesprochenen Probleme auch in seiner politischen Arbeit zu thematisieren“, mahnte Michow an.