“Ich bedauere, dass wir unsere Geschäfte in Deutschland schließen müssen“, erklärte David Pryde, Managing Director HMV Europe. Vor allem tue es ihm um die Mitarbeiter leid, die mit großem Engagement daran gearbeitet hätten, die Handelskette am heftig umworbenen deutschen Markt zu etablieren. „HMV steht als Marke für Werte wie außergewöhnliche Auswahl, Wissen und Kundenservice“, betonte Pryde. Vor diesem Hintergrund sei ein weiteres Engagement in einem Markt, der auf nichts anderes als den Preis Wert zu legen scheine, nicht zu vertreten gewesen. Am 24. Januar teilte die HMV Group deshalb mit, ihr Geschäft in Deutschland einzustellen und die drei Outlets samt Headquarter aufzugeben. Die Stores in Frankfurt/M. und Münster schließen ihre Pforten bereits Ende Januar. Die Filiale im CentrO Oberhausen soll dagegen weitergeführt werden, bis Verhandlungen mit dem Vermieter abgeschlossen sind.
Nach Firmenangaben sei damit noch in der ersten Jahreshälfte zu rechnen. In dieser Zeit soll HMV Oberhausen zudem die Bestände der beiden geschlossenen Häuser abverkaufen. Das ebenfalls in Oberhausen beheimatete Headoffice soll bis zum Ende des Schließungsprozesses geöffnet bleiben. Auf Nachfrage von musikwoche.de erklärte HMV-Sprecher Gennaro Castaldo: „Die Kosten für den Ausstieg aus dem deutschen Geschäft belaufen sich voraussichtlich auf rund eine Million Pfund.“ Umgerechnet sind dies rund 1,5 Millionen Euro. Darunter fallen auch Aufwendungen für die Mitarbeiter. Der Konzern will diese Summe als operative Kosten verbuchen und sieht seine finanziellen Ziele für das laufende Geschäftsjahr durch diesen Schritt nicht gefährdet. Wie musikwoche.de im Gespräch mit ihm weiterhin erfuhr, waren die Zahlen der deutschen Shops am Gesamtmarkt gemessen nicht einmal schlecht. Allerdings sei mittelfristig nicht damit zu rechnen gewesen, dass die Outlets die Investitionen hätten einspielen können.
Marc Meyer, General Manager HMV Deutschland, kommentierte die Entscheidung der Londoner Zentrale nicht. Allerdings warb er für seine qualifizierten Mitarbeiter, die auch weiterhin Jobs in der Tonträgerbranche verdient hätten. Als Ansprechpartner in Personalfragen fungiere im deutschen HMV-Headoffice Angelika Koch. Kuriosität am Rande: Unbestätigten Gerüchten zu Folge soll die Filiale in Münster bei der Wahl zum Handelspartner des Jahres als Dritter nur knapp einen zweiten Echo für HMV verpasst haben.
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