“Wir liegen besser als der Markt, aber das ist nicht gut genug“, erklärt Marc Meyer, General Manager HMV Deutschland, im Gespräch mit musikwoche.de. „Wenn die deutschen Major-Companies die HMV-Stores schätzen und möglicherweise ein stärkeres Engagement wünschen, dann sollten sie dies dringend nach England kommunizieren.“ Obwohl die international agierende Handelskette insgesamt Zuwächse verzeichnet, sagte HMV-CEO Alan Giles bei der Bekanntgabe der Jahresbilanz, dass die Positionierung der Geschäfte in Deutschland und den USA auf dem Prüfstand stehe. HMV strebe generell die Marktführerschaft in attraktiven Umfeldern an. In Deutschland kommt die Handelskette mit ihren drei Outlets in Oberhausen, Frankfurt/M. und Münster nach Schätzungen von musikwoche.de auf einen Marktanteil von bis zu einem Prozent – die Media-Saturn-Gruppe als Marktführer dagegen auf eine geschätzten Anteil von zusammen rund 25 Prozent. Allerdings scheint das Ende des HMV-Engagements in Deutschland auf Konzernseite noch nicht beschlossen zu sein: Während der Geschäftsbericht zum Beispiel auf die anstehende Schließung von zwei der derzeit noch zwölf US-amerikanischen Shops hinweist, heißt es zum deutschen Markt nur, dass keine weiteren Eröffnungen geplant seien.
Die HMV Group steigerte ihre Umsätze im Geschäftsjahr 2001/ 2002 zum 27. April flächenbereinigt um 6,4 Prozent auf 1,645 Milliarden Pfund oder umgerechnet rund 2,58 Milliarden Euro. Auch beim EBITDA legte das Unternehmen von 119,3 Millionen Pfund im Vorjahr auf nunmehr 145,1 Millionen Pfund oder knapp 226 Millionen Euro zu. Giles betonte, dass vor allem HMV Europe dazu mit Rekordumsätzen beigetragen habe und mit einem Umsatzplus von 19,9 Prozent und einem um 9,4 Prozent gestiegenen EBITDA als Motor der HMV Group fungiere. Die Einnahmen aus dem Börsengang der Gruppe im Mai sollen unter anderem in die Expansion fließen: So plant HMV die Eröffnung von 20 bis 25 neuen Geschäften in Großbritannien.






