Als Konsequenz aus den neuen Charts-Regeln in Großbritannien verzichtet die Handelskette HMV künftig darauf, die von der Official Charts Company OCC aufgestellten Hitlisten in ihren Regalen oder per Aushang zu präsentieren. Nach den seit dem Jahreswechsel in UK gültigen Bestimmungen fließen nun auch Verkäufe von Tracks in die Charts ein, zu denen kein physisches Single-Equivalent im Handel erhältlich ist. Aktuell profitierten davon Snow Patrol: Die Band schaffte in der ersten Charts-Woche des neuen Jahres mit ihrem Song „Chasing Cars“ den Wiedereinstieg auf Platz neun der britischen Singles-Liste, obwohl die Maxi-CD zwischenzeitlich gestrichen wurde.
Statt des seit den 1960er-Jahren bei HMV ausgestellten offiziellen Hit-Rankings will HMV in Großbritannien und Irland nun künftig eigene Verkaufslisten präsentieren, wie Managing Director Steve Knott bestätigte. „Wir haben uns immer genau an die OCC-Charts gehalten, nun können wir das aber nicht mehr, da ein gewisser Anteil der gelisteten Titel nicht mehr als physischer Tonträger erhältlich ist“, sagte Knott. „Damit wir keine Lücken in den Regalen haben, greifen wir künftig auf unsere eigenen Charts zurück.“
Branchenbeobachter rechnen nun damit, dass die OCC-Hitlisten auf den britischen Einkaufsmeilen, der sogenannten High Street, massiv an Bedeutung verlieren, da auch viele unabhängige Händler dem Beispiel HMVs folgen dürften.






