Während die Entertainmentindustrie den jüngsten Erfolg gegen die P2P-Anbieter Grokster und StreamCast feiert, findet die zugrunde liegende Technologie neue Freunde. Sowohl Handyhersteller als auch Mobilfunkdienstleister wollen die Möglichkeiten der Technik für neue Musikangebote nutzen. Wie der Nachrichtendienst „zdnet.com“ berichtet, hat Nokia bereits eine P2P-Software für das Smartphone 6600 entwickelt, mit der neben Textdateien und Fotos auch Musik getauscht werden kann. Und auch Mitsubishi hat einen Prototyp für ein P2P-fähiges Handy entwickelt.
Der kanadische Mobilfunkanbieter Rogers Wireless setzt die P2P-Software hingegen zu Marketingzwecken ein und bewirbt damit seinen Musik-Downloadshop. Dabei können Kunden die ersten 30 Sekunden eines gekauften Songs auf das Gerät eines befreundeten Handynutzers schicken. Den kompletten Song kann dieser dann wiederum über das Downloadangebot von Rogers erwerben.
Bei der Nutzung der P2P-Software kommt den Mobilfunkanbietern zugute, dass ihre Netze leichter zu kontrollieren sind. Die Betreiber können daher eigenen Aussagen zufolge jede getauschte Datei verfolgen und so relativ leicht die Nutzer lokalisieren, bei denen illegale Tauschaktivitäten verzeichnet werden. Und auch die Majors scheinen sich für diese Variante zu erwärmen. Der US-Dienstleister für Mobile Entertainment, Melodeo, hat sich die Vertriebslizenzen für 200.000 Titel aus dem Katalog von EMI Music gesichert. Damit kann das Unternehmen nun fast eine halbe Mio. Songs als Fulltrack-Downloads für Netzbetreiber bereitstellen.





