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Handelspleite im Weihnachtsgeschäft

Die britische Medienhandelskette MVC ist insolvent. Der Insolvenzverwalter will die 67 Geschäfte mit ihren etwa 700 Mitarbeitern aber auf jeden Fall über die Weihnachtstage retten. Zudem soll es ein Angebot von Mitbewerber MusicZone geben.

Die britische Medienhandelskette MVC ist insolvent. Die Insolvenzverwalter von der Kanzlei Kroll wollen die 67 Geschäfte, die mit ihren etwa 700 Mitarbeitern aus dem Verkauf von CDs und DVDs einen geschätzten Jahresumsatz in Höhe von 100 Mio. Pfund oder umgerechnet knapp 147 Mio. Euro erzielen, aber auf jeden Fall über die Weihnachtstage retten.

„Wir planen keine Entlassungen, sondern suchen nach echten Optionen für das Unternehmen“, ließen die Insolvenzverwalter britische Medien wissen. Grund für die Zahlungsschwierigkeiten sei das schwierige Marktumfeld mit seiner wachsenden Konkurrenz durch SB-Märkte, der anhaltenden Piraterie und dem aufkommenden Onlinegeschäft.

Erst vor knapp fünf Monaten hatte sich der Handelskonzern Woolworths von seiner Medientochter MVC getrennt. Die Investorengruppe Argyll Partners hatte Anfang August 5,5 Mio. Pfund oder umgerechnet rund acht Mio. Euro für MVC gezahlt. Analysten hatten den Erlös damals als enttäuschend bezeichnet, obwohl zwei weitere potenzielle Interessenten Woolworths zuvor einen Korb gegeben hatten, darunter der weiterhin expansionswillige britische Medienhändler MusicZone.

Das Unternehmen scheint nun auch wieder im Gespräch für eine zumindest teilweise Übernahme der MVC-Outlets zu sein: So verkündet MusicZone über seine Homepage, bereits den Zuschlag für 40 MVC-Läden erhalten und die Zahl seiner Outlets damit auf 100 gesteigert zu haben, allerdings mit Datum vom 20. Dezember, einen Tag bevor die Kette MVC Insolvenz anmeldete.

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