“Je niedriger der Preis für den Kunden ist, desto weniger CDs werden gebrannt beziehungsweise aus dem Internet heruntergeladen“, fasst Jürgen Klein, Geschäftsführer Music Shop Speyer, die Meinung vieler Fachhändler zusammen. Differenzierter äußert sich Jörg Tollkötter von Jörg’s CD Forum Münster: „Ich denke schon, dass sich bei einem Preis von 9,99 Euro mehr CDs verkaufen ließen, halte dies allerdings nicht für den richtigen Weg: Für gute Musik und wertige Produkte sollte auch weiterhin gutes Geld gezahlt werden.“ Für diese Produkte sei nach wie vor ein Markt vorhanden. „Für manche Produkte sind allerdings auch 9,99 zu viel.“ Dieser Einschätzung stimmt Werner Heiß, Bereichsleiter von Müller, zu: „Bei vielen Gelegenheitskäufern würde ein Preis von 9,99 Euro Impulse setzen. Nach Stückzahlen würde sich das sicher auswirken.“ Ob dieser Preis auch die Umsätze ankurbeln könne, sei produktabhängig: „Schlechtes Produkt wird sich auch nicht für 9,99 Euro verkaufen“, betont Heiß. „Mir ist diese Einschätzung zu pauschal“, meint Albert Wagner, L & P Musics Berlin. Marketingaktionen für Pop-Acts ließen sich vor diesem Hintergrund kaum finanzieren. „Generell stimme ich aber zu, dass CDs günstiger werden sollten, zum Beispiel im Bereich Backkatalog.“ Wagner bemängelt zudem eine zu große Spreizung zwischen den Verkaufspreisen der Handelsformen. So seien bei „Trendsettern wie Amazon.de“ viele Neuheiten und jüngere Katalogtitel längst zu Preisen von 9,99 bis 12,99 Euro zu finden. „Wenn alle das notwendige Preisgefüge einhalten würden, hätten die Konsumenten bei einem Top-Titel zwei Euro Differenz. Aber derzeit übliche Differenzen von sieben Euro können die Kunden nicht mehr nachvollziehen.“
Stefan Wulf von Michelle Records Hamburg meint: „Eine CD ist das wert, was die Kunden dafür zu zahlen bereits sind. Deshalb müssen sich die Produktionskosten danach richten. Dabei ist selbstverständlich, dass ein gewisser Grundpreis erhalten bleiben muss.“ Wulf sieht in der Preisdikussion auch eine politische Komponente: „Die Hersteller können mit gezielten Preisaktionen die Handelslandschaft schaffen, die sie wollen, und eben auch den Fachhandel stützen.“
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