Recorded & Publishing

Handel sieht Preissenkung als positives Signal

Erste Reaktionen aus dem Handel bewerten die von der amerikanischen Universal Music Group angeschobene Preisrunde auf internationaler und auf nationaler Ebene als positives Signal. Die mit der Preissenkung verbundenen Bedingungen stoßen allerdings auf weniger Begeisterung.

Erste Reaktionen aus dem Handel bewerten die von der amerikanischen Universal Music Group angeschobene Preisrunde auf internationaler und auf nationaler Ebene als positives Signal. „Ich halte Preissenkungen für den richtigen Weg, die Umsätze anzukurbeln“, meint etwa der HAMM-Vorstandsvorsitzende Alexander Wessendorf. „Außerdem sind günstigere Preise auch wichtig, um CDs in Relation zu anderen Entertainment-Produkten wie der DVD besser zu positionieren: Es ist für die Kunden kaum nachzuvollziehen, wieso zum Beispiel eine vor mehreren Jahren erschienene Katalog-CD für 17 Euro direkt neben einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Movie-DVD für zehn Euro steht.“ Auch der GDM-Fachverbandsvorsitzende Michael Huchthausen äußert sich im Gespräch mit musikwoche zuversichtlich: „Eine Preissenkung auch in Deutschland wäre der erste große Schritt in die richtige Richtung.“ Die vom US-Management der UMG vorgetragenen Argumente bestätigen laut Huchthausen seine zuletzt im Rahmen der diesjährigen Midem vorgetragene Position. Für den US-Markt begrüßte Lew Garrett vom Distributor Wherehouse Music den UMG-Vorstoß gegenüber dem Magazin „Hits“. Die mit der Preissenkung verbundenen Bedingungen stoßen allerdings weniger auf Begeisterung: So äußerte Don Van Cleave als Präsident der US-Fachhandelsvereinigung CIM – Coalition of Independent Music Stores Bedenken: Für unabhängige Fachgeschäfte sei es kaum hinzunehmen, einem Lieferanten Stellflächen und Werbemöglichkeiten in der geforderten Größenordnung bereitzustellen. Der Fachhandel richte sich mit seinem Angebot und seiner Präsentation gewöhnlich nach den Anforderungen der Kunden, und nicht nach den Wünschen einzelner Firmen. Andere Fachhändler kritisierten gegenüber der „New York Times“ den von der UMG parallel angekündigten Wegfall von Werbekostenzuschüssen.

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