Recorded & Publishing

HAMM stellt sich gegen Vorab-VÖs in Onlineshops

Geschäftsführerin Nina Krogmann vom Handelsverband Musik und Medien kritisiert Vorabveröffentlichungen im digitalen Vertrieb. Dem stationären Handel drohe ein nachhaltiger Imageverlust.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Handelsverbands Musik und Medien (HAMM) in Frankfurt sprach sich Geschäftsführerin Nina Krogmann entschieden gegen Vorabveröffentlichungen im digitalen Vertrieb aus. So enthalte das Downloadangebot von Musicload zunehmend Tracks, die über den Onlineshop rund 14 Tage vor dem Erscheinen des physischen Tonträgers erhältlich sind. „Dadurch lernt der Verbraucher, dass er das Produkt über das Internet früher erhalten kann,“ klagt Krogmann und moniert: „Der Handel erleidet durch die spätere Veröffentlichung des physischen Produkts nicht nur einen Umsatz-, sondern auch einen nachhaltigen Imageverlust.“

Der HAMM fordert daher die Gleichbehandlung beider Vertriebskanäle und einen „gleichzeitigen Zugang zu Neuheiten“. Die Regelung, dass Verkäufe von Downloads bis zu zwei Wochen vor der eigentlichen CD-Veröffentlichung in die Verkaufszahlen der ersten Chartswoche einfließen, ist Krogmann ebenfalls ein Dorn im Auge. Die Vorab-VÖ als Download werde so geradezu erzwungen. Daher will der HAMM auch eine Diskussion darüber anregen, ob die Charts und ihr zugrundeliegendes Regelwerk noch zeitgemäß sind und wie man sie besser gestalten könnte. „Wenn ein Künstler zurzeit mit wenigen Hundert verkauften Alben den Chartseinstieg schafft, stellt sich die Frage nach der Bedeutung der Plätze 50 bis 100. Im Gegenzug sollten Neuheiten und Aufsteiger stärker hervorgehoben werden.“

Auch personelle Veränderungen standen kürzlich bei der Frankfurter Mitgliederversammlung des Verbands auf der Tagesordnung: Dabei übrnahm Volkmar Neher für HAMM-Mitglied Müller die Position von Werner Heiss, der Müller im Vorstand des HAMM vertreten hatte. Der Verband dankte Heiss für seinen Einsatz in den letzten Jahren.