Der Dezember 2005 brachte der deutschen Phonowirtschaft offenbar nicht die erhofften Umsätze: Um zehn Prozent sei das Geschäft allein in diesem wichtigen Verkaufsmonat im Vergleich zum Vorjahr gesunken, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ mit Bezug auf Michael Haentjes, den Vorsitzenden der Deutschen Phonoverbände. Das hat auch Auswirkungen auf die Jahresbilanz: Nach ersten Berechnungen der Phonoverbände sollen die Umsätze 2005 um 6,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis in Höhe von knapp 1,6 Mrd. Euro gelegen haben.
„Die erhoffte Kompensation für die schleppende Entwicklung der traditionellen Tonträger ist ausgeblieben“, sagte Haentjes der „SZ“. „Die schweren Zeiten sind noch nicht vorbei, das Musikgeschäft bleibt dauerhaft schwierig.“ Der Branche fehlten die passenden Rahmenbedingungen: „Wir brauchen einen deutlich verbesserten Urheberrechtsschutz“, forderte der Phonoverbandsvorsitzende. „Sonst wird die Branche weiter Umsatz und Beschäftigung verlieren.“
Als weitere Probleme nannte Haentjes die schmalen Margen der Musikwirtschaft und die Konzentration im Tonträgerhandel: „Die Margen sind extrem bescheiden. Früher lagen die Umsatzrenditen vor Steuern zwischen zehn und 20 Prozent, heute in der Regel unter fünf Prozent.“ Für die Phonowirtschaft bedeute dies, dass sie künftig stärker als Vermarkter ihrer Künstler auftreten müsse und außer an den Vertriebserlösen auch an Einnahmen aus dem Live-Geschäft oder dem Merchandising-Bereich beteiligt werden sollte. „Wir sind nicht die Melkkuh, wir brauchen auch Rückflüsse.“
Einen Tonträgerfachhandel gebe es zudem praktisch nicht mehr, klagte Haentjes. Hier habe man es mit einem Oligopol der großen Elektrofachmärkte zu tun. Dies führe auch dazu, dass die Musik, die im harten Wettbewerb mit anderen Medien wie der DVD stehe, teils geradezu verramscht werde.





