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GVL zieht erste Bilanz für 2022

Die GVL hat im vergangen Jahr Gelder an so viele Berechtigte wie noch nie zuvor verteilt. Das Verteilergebnis in Höhe von fast 241 Millionen Euro reicht indes nicht an das „Ausnahmejahr“ 2021 heran.

Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) hat im vergangen Jahr Gelder an so viele Berechtigte wie noch nie zuvor verteilt: „Über 175.000 nationale und internationale Künstlerinnen und Herstellerinnen haben allein 2022 Vergütungen von der GVL erhalten“, fassen die beiden GVL-Geschäftsführer Guido Evers und Tilo Gerlach in einem ersten Fazit zusammen. „Damit ist die Zahl der an unseren Verteilungen teilnehmenden Rechteinhaber im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist die GVL eine wichtige und verlässliche Einnahmequelle für ausübende Künstler*innen und Labels.“

Trotz eines weiteren für die Branche anspruchsvollen Jahres habe die GVL im Jahr 2022 insgesamt 240,9 Millionen Euro an Kreative und ihre Partner verteilen können, teilt die Verwertungsgesellschaft weiter mit und ergänzt, dass man seit Corona-Beginn den Berechtigten Vergütungen von rund 870 Millionen Euro habe zuweisen können. So zahlte die GVL 2020 bereits 292 Millionen Euro aus, 2021 lagen die Ausschüttungen gar bei 337 Millionen Euro. An diesen Wert reichen die jüngsten Verteilungen nun allerdings nicht heran.

2021 sei aber aus gleich mehreren Gründen „ein Ausnahmejahr“ gewesen, wie eine Sprecherin der GVL auf Nachfrage von MusikWoche erläutert. Unter anderem habe die GVL 2021 erhebliche Rückstellungen aus den Vorjahren abbauen können, die sich auf rund 114 Millionen Euro summierten. Hinzugekommen seien Künstler-Schlussverteilungen „der erlösstarken Verteiljahre 2015 und 2016“. Hier habe die GVL 2021 allein 87,8 Millionen Euro an Künstlerinnen ausgeschüttet. Und schließlich hätte es in jenem Jahr noch erhebliche Nachverteilungen an Künstlerinnen und Hersteller*innen gegeben, darunter zum Beispiel Nachzahlungen aus dem Bereich der Privatkopie. Im Vergleich mit den Verteilsummen der vorangegangenen beiden Jahre mit den historisch höchsten Verteilwerten, in denen die GVL alles mobilisiert habe, um der Branche in der Krise zu helfen, sei 2022 mit knapp 241 Millionen Euro also aus Sicht der Gesellschaft ein gutes Verteiljahr.

2022 habe die GVL über 13 Regelverteilungen hinaus wie geplant quartalsweise Gelder aus dem Ausland an ihre Berechtigten weitergeleitet – insgesamt über 9,8 Millionen Euro, wie die Verwertungsgesellschaft in ihrem Rückblick weiter betont. Die Vergütungen aus dem Ausland befänden sich damit auch vor dem Hintergrund der kontinuierlich verbesserten Prozesse im internationalen Vergütungsaustausch weiterhin auf einem hohen Niveau.

2022 sei zudem das letzte Jahr mit einer doppelten Schlussverteilung für Künstlerinnen gewesen. Somit würde die GVL nun ab 2023 „vollständig im gesetzlich vorgesehenen Zyklus“ verteilen: „Der Rückstand im Zuge der Verteilungsumstellung ist jetzt komplett aufgeholt“, unterstreicht erklärt Tilo Gerlach, der als Geschäftsführer den Bereich der ausübenden Künstlerinnen in der GVL verantwortet. „Wir freuen uns, dass wir uns jetzt noch stärker auf die Optimierung unseres Angebotes konzentrieren können.“

2023 wolle man nun „genau da weitermachen, wo wir 2022 aufgehört haben“, ergänzt Guido Evers in seinem Ausblick auf das neue Jahr. „Neben unseren Services, die wir ständig weiterentwickeln, liegt unsere Priorität darauf, unseren Berechtigten Planungssicherheit zu bieten und auf einer nachhaltigen Stärkung der Erlössituation.“