Recorded & Publishing

Großbritannien: Streit der Phonoverbände

Verstimmungen im Verhältnis der britischen Tonträgerverbände BPI und AIM veranlassten zwei der wichtigsten Indie-Labels dazu, ihre BPI-Mitgliedschaft zu kündigen.

Verstimmungen im Verhältnis der britischen Tonträgerverbände British Phonographic Industry (BPI) und Association of Independent Music (AIM) veranlassten zwei der wichtigsten Indie-Labels dazu, ihre BPI-Mitgliedschaft zu kündigen. Kernpunkt der Streitigkeiten ist der im Dezember auslaufende Kooperationsvertrag und die Verhandlung über eine Neugestaltung der Zusammenarbeit der beiden Verbände: Während der neue BPI-Chef Peter Jamieson eine Vereinigung der beiden Organisationen unter einem gemeinsamen Dach anstrebt, wollen führende AIM-Vertreter ihre Unabhängigkeit bewahren. Der derzeit bestehende Vertrag zwischen den Verbänden, sieht unter anderem vor, dass Independent-Firmen, die sowohl der BPI wie AIM angehören wollen, ihre Mitgliedsgebühr an die BPI entrichten, die daraufhin nur einen gewissen Anteil an AIM abführt. Aus Protest gegen dieses System reichten jüngst Martin Mills für Beggars Banquet und Guy Holmes für Gut Records ihre Kündigung bei der BPI ein. Vertreter der Labels Mushroom und Telstar äußerten ebenfalls ihren Unmut über die bestehenden Verhältnisse. Unbeeindruckt von den Protesten setzten Jamieson und AIM-Chefin Alison Wareham ihre Verhandlungen fort. Wareham zeigte sich „überrascht und enttäuscht“ von dem Verhalten der Labels, betrachtete die Angelegenheit aber lediglich als „Sturm im Wasserglas, die die Verhandlung nicht aufhalten“ würden. Mills erklärte, seine BPI-Kündigung sei ein logischer Schritt gewesen: „Wenn ich weiterhin ein BPI-Mitglied geblieben wäre, hätten sie meinem Mitgliedsbeitrag gekriegt und behalten. Es ist aber wichtig, dass die Diskussionen über die Gebühren-Verteilung weitergeht.“