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Grönemeyer und Branche nehmen Kampf gegen Armut auf

Auf einer engagiert geführten Pressekonferenz auf der Popkomm bekräftigte Herbert Grönemeyer zusammen mit der Musikindustrie das Engagement für die Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“. Dabei griff der Sänger die Politik scharf an.

Auf einer engagiert geführten Pressekonferenz auf der Popkomm bekräftigte Herbert Grönemeyer zusammen mit der Musikindustrie das Engagement für die Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“. Die deutsche Aktion ist Teil einer internationalen Bewegung, die sich dafür einsetzt, die im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen formulierten Millenniumsziele zur Bekämpfung von Armut nun endlich umzusetzen.

„Die weltweite Armutsbekämpfung ist ein wichtiges Ziel der Staatengemeinschaft und fordert Engagement und Solidarität. Deswegen unterstützt die deutsche Musikwirtschaft die Kampagne ‚Deine Stimme gegen Armut‘ mit konkreten Maßnahmen“, erklärt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände.

Herbert Grönemeyer sagte auf der Konferenz: „Eine globale Kultur beweist sich erst im Verhältnis zu den Schwächsten. Abhängigkeit und Schulden werden damit zur moralischen Frage. Die extreme Armut in der Welt stellt unsere Auslegung von Mitmenschlichkeit und Humanismus massiv zur Debatte. Die einzige Antwort darauf ist Aktion: Einsatz für Menschen in unerträglichen und ungerechten Situationen mit Bedürfnissen und Verzweiflung.“ Dabei solle die Aktion moralischen Druck ausüben und nicht in erster Linie Geld sammeln, erläuterte der EMI-Künstler. Trotzdem sei es erschreckend, dass in Deutschland bisher keine einzige Zeitung Anzeigenplatz kostenlos zur Verfügung gestellt habe. Grönemeyer betrieb relativ offensiv Politikschelte, kritisierte die Regierung, nannte aber auch das Programm der CDU zynisch. Grönemeyer wies darauf hin, dass Merkel wie er aus einem protestantischen Pastorenhaushalt komme. „Wir werden Frau Merkel noch an die Bibel erinnern und ihr die entsprechenden Passagen heraussuchen.“ Grönemeyer schloss mit einem Handlungsaufruf: „Schafft die Subventionen ab, dass wäre die größte Hilfe für Afrika, am Welthandel teilzunehmen.“

Die deutsche Musikwirtschaft unterstützt die Kampagne mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen. Bereits auf dem Echo zeigte Grönemeyer den Kampagnen-Trailer. Logos und Banner werden künftig auf den Websites von Firmen und Künstlern erscheinen.

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