Die Vorzeigeproletin der amerikanischen Musikszene erobert auch mit ihrem zweiten Album die Herzen der Fans. Gretchen Wilson übernimmt mit 264.000 Verkäufen von „All Jacked Up“ souverän die Führung in den US-Charts und weist als selbst ernannte „Redneck Woman“ die Konkurrenz in die Grenzen. Wilson stammt zwar aus Pocahontas im US-Bundesstaat Illinois, ist jedoch als Mitglied der Muzik Mafia aus Nashville, der u.a. auch das Erfolgsduo Big & Rich angehört, seit zwei Jahren der neue weibliche Topstar der Country-Szene. Das muss auch Sheryl Crow akzeptieren und gibt sich mit einem Charts-Einstieg an zweiter Stelle zufrieden. Ihr Album „Wildflower“ setzte bis zum 2. Oktober 140.000 Einheiten ab. Dritter ist die HipHop-Formation Three 6 Mafia, deren „Most Known Unknown“ 115.000 Fans in der ersten Woche fand.
Tausend Stück weniger qualifizieren Toni Braxton und „Libra“ für Rang vier, gefolgt von Kanye West, der von „Late Registration“ weitere 110.000 Exemplare verkaufen und sich damit nur knapp gegen eine Gefängnisinsassin behaupten konnte: Lil‘ Kim, die derzeit eine einjährige Haftstrafe wegen Meineids absitzt, platziert ihr vorher fertig gestelltes Werk „The Naked Truth“ mit 109.000 verkauften Einheiten auf Position sechs. Dancehall-Star Sean Paul freut sich nach 107.000 Verkäufen von „The Trinity“ auf Platz sieben über seine bislang höchste Platzierung in den Vereinigten Staaten. Auf acht findet sich die Rockband Disturbed nach einer Woche an der Spitze wieder; „Ten Thousand Fists“ wollten 92.000 Fans kaufen.
Bon Jovi kann sich nach 89.000 Verkäufen mit „Have A Nice Day“ auf neun retten, die Black Eyed Peas belegen nach 77.000 Kopien von „Monkey Business“ den zehnten Platz. Den hat Urgestein Neil Young um 5000 Stück verpasst, „Prairie Wind“ debütiert an elfter Stelle. Und Deutschlands neue Nummer vier, die finnischen Rocker von Him, finden dank eines Warner-Deals nun auch langsam ein amerikanisches Publikum. Sire-Gründer Seymour Stein nahm die Band für die USA unter Vertrag, 46.000 verkaufte Exemplare von „Dark Light“ sind ein respektabler Anfang und bescheren Him den Einstieg auf Rang 18.
Die vielen Neueinsteiger haben zumindest für eine Woche leichten Aufwind für die Branche gebracht. Der Albenabsatz stieg um 4,5 Prozent auf 10,3 Mio. Stück, doch im Vergleich zur Entsprechungswoche des letzten Jahres hinkt der Handel um 4,6 Prozent hinterher. Seit Jahresanfang wurden 414,7 Mio. Alben verkauft – 10,4 Prozent weniger als zur gleichen Zeit im Jahr 2004.






