Während die meisten werbefinanzierten Musikplattformen bislang kaum über den Ankündigungsstatus hinauskommen, scheint Ruckus Network mit seinem Konzept auf dem richtigen Weg: Der Downloadlieferant für US-Universitäten meldet Rekordzahlen.
Die kostenlose Verfügbarkeit und der zunehmende juristische Druck der Tonträgerindustrie hätten zu massiven Zuwächsen geführt, erklärte das Unternehmen. Allein im Februar haben die Abonnenten des nur an Colleges und Universitäten zugänglichen Dienstes 22,7 Millionen Songs heruntergeladen. Seit Jahresanfang sei der Nutzerstamm von Ruckus um 33 Prozent gestiegen, sagte CEO Mike Bebel. Eine genaue Zahl nannte er nicht, das Unternehmen sprach lediglich von „mehreren Hunderttausend Mitgliedern“ im Ruckus-Netzwerk. Im Januar war von 300.000 registrierten Nutzern die Rede.
Um in den Genuss des Musikabos zu kommen, benötigt man eine E-Mail-Adresse mit der Toplevel-Domain .edu, die nur Studenten oder akademische Mitarbeiter erhalten. Nutzer bekommen ihre Songfiles im DRM-geschützten Windows-Format, doch dabei handelt es sich um den PlaysForSure-Standard, der weder auf Microsofts Zune-Player noch auf iPods übertragbar ist. Das ist aber in der kostenlosen Variante des Ruckus-Service unerheblich – das Abo ist rechnergebunden und die Titel lassen sich auch nicht auf CD brennen.
Erst für 4,99 Dollar pro Monat lässt sich die Abomusik auch auf kompatible Player von Firmen wie SanDisk oder Creative transferieren. Wer ohne diese Tragbarkeit seiner Sammlung auskommt, muss für den unbegrenzten Zugang zur Ruckus-Datenbank – die die Kataloge aller Majors und vieler Indies umfasst – nichts bezahlen. Die Rechnung übernehmen stattdessen die Werbepartner der Firma. Bislang haben z.B. der Kommunikationskonzern AT&T, die Chase Bank, das Kreditkartenunternehmen Discover Card und die Buchhandelskette Barnes & Noble Verträge mit Ruckus geschlossen.
Um sich bei der Zielgruppe nicht ausschließlich auf Studenten einzuschränken, bietet der Downloadvertrieb seinen Dienst für 8,99 Dollar monatlich auch Ehemaligen, Fakultätsmitgliedern und Uni-Mitarbeitern an.





