Die kalifornische Technologiefirma Gracenote, die in der Branche vor allem aufgrund ihrer Musikdatenbank und Audio-Erkennungssoftware ein Begriff ist, will den Verkauf von Klassikdownloads vereinfachen. Mit der Classical Music Initiative (CMI) wollen die Datenbankexperten einen ansprechenderen Standard für die Metadaten von klassischer Musik etablieren.
Weil in den letzten Jahren keine einheitliche Darstellungsform für die im Vergleich zur U-Musik umfassenderen Informationen über die einzelnen Aufnahmen gefunden wurde, sei die Akzeptanz von Downloads in der Klassikszene derzeit noch immer unterentwickelt, argumentiert das Unternehmen. Kaum ein Downloadshop bringe die nötigen Daten zu Titel, Komponist, Solist, Dirigent, Orchester und Werk im für gewöhnlich dreizeiligen Datensatz schlüssig und vor allem standardisiert unter.
Mit dem CMI-Konzept soll sich dies nun ändern. In Absprache mit Klassikexperten, Orchestern und Labels habe man sich auf einen Metadatenstandard verständigt, der auch in Dreizeilenschablonen akzeptabel bleibt.
Zu den Unterstützern des CMI-Ansatzes zählen unter anderem die Firmen Harmonia Mundi und Naxos, die Sinfonieorchester in London und San Francisco sowie zahlreiche Musikwissenschaftler.
In der Titelzeile soll dabei künftig auch der Komponist auftauchen, also z.B. „Vivaldi: Die vier Jahreszeiten, Op. 8/1, ‚Frühling‘ – 1. Allegro“. Die Interpreten- oder Künstlerzeile stellt dann Solist, Dirigent und Orchester dar: „Joseph Silverstein, Seiji Ozawa, Boston Symphony Orchestra“. In der Albumspalte findet sich in diesem Beispiel dann die Information „Vivaldi: Vier Jahreszeiten“.
10.000 Alben habe man bislang in den letzten Wochen auf diese Darstellungsform umprogrammiert, erklärte Jim Hollingsworth, Senior Vice President Marrketing bei Gracenote.
Gracenote liefert seine Metadaten z.B. an die Downloadshops iTunes, Rhapsody, Napster, Yahoo! Music oder AOL. Zudem erkennt die Software der Datenbank CDDB in den Laufwerken die CDs von Herstellern wie Panasonic, Denon & Marantz, Philips, Pioneer, Samsung, Alpine, Samsung, Sony oder Yamaha. Die Gracenote-Systeme erkennen gegenwärtig mehr als 60 Mio. Einzeltitel von gut fünf Mio. CDs.





