Das Dementi von Google ließ die Börsenblase um Napster am 31. Januar genauso schnell platzen wie sie entstand. Die „New York Post“ hatte unter Berufung auf interne Quellen berichtet, die Suchmaschinenbetreiber würden in Vorbereitung eines eigenen Musikdownloadangebots mit Napster verhandeln. Im Gespräch seien eine „umfassende Allianz“ oder sogar eine „vollständige Übernahme“. Nachdem diese Nachricht den Kurs der Napster-Aktie an der Nasdaq gehörig noch oben schießen ließ, nahm Sonya Boralv dem Gerücht im Lauf des Tages den Wind aus den Segeln: „Wir haben keine Pläne zur Übernahme von Napster“, erklärte die Google-Sprecherin. „Außerdem planen wir derzeit auch keinen Musikshop.“
Mit dieser Stellungnahme war auch der Höhenflug der Napster-Aktie beendet. Nach den vormittäglichen Kursgewinnen von zwischenzeitlich mehr als 58 Prozent auf bis zu 4,95 Dollar beruhigte sich der Handel gegen Abend wieder. Das Papier schloss mit 3,92 Dollar – ein Plus von immerhin noch 25,3 Prozent. Bemerkenswert war das Handelsvolumen: Normalerweise wechseln durchschnittlich 615.000 Napster-Aktien pro Tag den Besitzer. Am 31. Januar waren es 51,8 Mio. Anteilsscheine.
Während die Börse eher nervös auf die NYP-Meldung reagierte, gaben sich einige Analysten erstaunt: In den Augen von Mike McGuire von Gartner wäre der Kauf von Napster für Google ohne nennenswerte Vorteile. „Napster mag vielleicht über einen guten Markennamen verfügen, aber dieser sorgt nicht für Dollars.“ Google sei besser beraten, einen eigenen Downloadshop zu entwickeln. Eine Ansicht, die auch die Broker bei Stifel Nicolaus teilen und ihr Kursziel für Napster bei 4,50 Dollar beibehalten.





