Bereits nach dem ersten Tag meldeten die Veranstalter hervorragende Aussteller- und Besucherzahlen. Rund 17.000 Gäste am Eröffnungstag bedeuteten einen neuen Rekord. Der Anteil der ausländischen Besucher stieg im Vergleich zur letzten Messe im Januar von 42 auf 52 Prozent, acht Prozent davon kamen aus Übersee. „Wir werden immer internationaler“, freute sich denn auch Karl-Heinz Müller, Mitbegründer, Präsident und Managing Director der Bread & Butter, und hob das gesteigerte Interesse aus Asien hervor. Den größten Anteil der ausländischen Besucher stellten aber mit Italien, Großbritannien und Spanien nach wie vor große europäische Länder. „Wir wollen kommerziell sein, denn wenn man das nicht ist, fressen einen die Banken“, sagt Müller und verweist stolz auf die gewachsene Zahl der wichtigen Einkäufer. Nachdem im Winter Silber die bestimmende Farbe der Veranstaltung gewesen war, hatten sich die Macher diesmal für Gold entschieden. „Zum einen wegen Olympia, zum anderen als Reminiszenz an die Goldenen Zwanzigerjahre in Berlin“, erklärt Kristyan Geyr, Mitbegründer, Vizepräsident und Creative Director der Bread & Butter.
Die Messemacher blicken nach vorn: „Wir wollen die moderne Bekleidungskultur für Mann und Frau auf unserem Gelände vereinen“, gab Müller bekannt. Zu diesem Zweck erweitern die Veranstalter zum nächsten Wintertermin vom 21. bis 23. Januar 2005 ihr Programm um die Milk & Honey, die sich auf Frauenbekleidung konzentriert und zum femininen Pendant der Bread & Butter werden soll. Trotzdem bleibt die Messe auf drei Tage begrenzt. Neben der Erweiterung um eine Halle ist indes der Einsatz von Dekorationsstoffen, Teppichen und Aroma-DJs geplant, um die weibliche Seite zu betonen. Zwar habe es zunächst Überlegungen gegeben, einen Extratermin für die Milk & Honey zu suchen, sagt Müller. Letztlich aber sei der frühe Termin am Jahresanfang als Präsentationszeitpunkt ideal, da sich so der Premieren-Effekt nutzen lasse. Auch in Zukunft soll die Auswahl der Austeller subjektiv sein.
Alle anfragenden Modelabels zuzulassen, mache keinen Sinn. Und obwohl die Ausstellerzahlen angestiegen seien, habe sich die Qualität verbessert. „Wenn die Spitze stirbt, stirbt auch der Rest“, stellt Müller klar. Das hätten schon andere Messen gezeigt. Vielleicht könne die Berliner Modemesse Abhilfe schaffen. „Marken müssen schon ein Gesicht haben, nicht erst durch uns eins bekommen“, erklärt er. Auch weiterhin sollen kleinere Labels auf der Bread & Butter zu finden sein, denn sie sind laut Müller das „Salz in der Suppe.“ Aber auch einige „Hochkaräter“ der Modebranche hätten ihr Kommen bereits angekündigt. Abgeschlossene Areale für exklusive Marken seien angedacht, aber noch nicht beschlossen. Außerdem sieht Müller einen Trend zu „erwachsener“ Babykleidung: „Ein Baby in einem Adidas-Anzug sieht einfach super aus.“ Für die Zukunft wünschen sich die Messemacher eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur – „das ist unsere Achillesferse“, gibt Müller zu.
Außerdem appelliert er an die Journalisten, verstärkt über den Online-Ticketverkauf zu informieren, um die Tageskassen zu entlasten. „Immerhin haben wir mit 4500 verkauften Online-Tickets die Zahl des Vorjahres verzehnfacht“, so Müller. Angesichts des starken Besucherzuwachses wirkte sich das jedoch noch nicht entlastend auf den Andrang an den Kassen aus. Mit besonderem Stolz verweist Müller auf die Tatsache, dass alle Mitarbeiter den Umzug von Köln nach Berlin vor zwei Jahren mitgemacht haben. „Wir sind ein großartiges Team“, freut er sich. Denn es sei eine fantastische Leistung, eine solche Marke in nur drei Jahren aufzubauen. Höhepunkt auf der abendlichen Feier im Kronprinzenpalais war die Verlosung eines Rolls Royce, der zuvor als Bread & Butter-Mobil gedient hatte, für einen guten Zweck. Der Erlös kam der Kinderkrebsklinik der Charite zu Gute.






