Die Bilanz des weltweiten Musikgeschäfts für das Jahr 2006 fiel nach jüngsten Daten der IFPI schlechter aus als zunächst geschätzt. Hatte Chairman John Kennedy im Januar noch ein globales Umsatzminus von nur drei bis vier Prozent in Aussicht gestellt, so weist die IFPI in ihrem Jahrbuch „The Recording Industry In Numbers 2007“ nun doch offiziell ein Minus von fünf Prozent aus. Die Umsätze fielen von 20,7 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 19,6 Milliarden Dollar im Jahr 2006. Für die Musikwirtschaft bedeutet dies das siebte Verlustjahr in Folge und den stärksten Umsatzrückgang seit 2003, hieß es bei der IFPI.
„Wir haben gehofft, dass die Einbrüche im physischen Geschäft von den Zuwächsen im Digitalmarkt aufgefangen würden“, sagte Kennedy bei der Präsentation des Jahrbuchs in London. „Aber während die Umsätze im digitalen Bereich wie erwartet wuchsen, fielen die Einbußen im physischen Handel noch höher aus als befürchtet.“ Dieser Trend setze sich auch zu Jahresbeginn 2007 fort: „Der Absatz von Tonträgern gibt schneller nach als wir das zuletzt erhofft haben, vor allem in den USA, aber nun auch in Großbritannien, wo sich der Markt zuvor bereits wieder eindrucksvoll erholt hatte.“
Während der physische Markt im Jahr 2006 um elf Prozent auf 17,5 Milliarden Dollar einbrach, weist die IFPI für das Digitalgeschäft globale Umsatzzuwächse in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar und damit ein Plus von 85 Prozent aus. Dabei habe das mobile Geschäftsfeld eine größere Dynamik entwickelt als der Onlinebereich. Der Marktanteil von Downloads über das Internet und mobilen Musikanwendungen beträgt inzwischen elf Prozent – im Jahr 2004 waren es noch zwei Prozent.
Für 2007 rechnet Kennedy mit weiteren digitalen Umsatzzuwächsen von rund 50 Prozent.






