Zu einer weltweiten Anti-Pirateriekonferenz in Dublin treffen sich noch bis zum 2. Juli über 150 Abgesandte von Justiz, Musikindustrie und Urheberrechtsgesellschaften. Gastgeber der von der Ifpi veranstalteten Konferenz ist die irische International Recording Media Association (IRMA). Zu den Anwesenden zählen unter anderem Interpol-Crime Intelligence Officer John Newton und Maciej Lubik, Regional Intelligence Liaison Officer Zentral- und Osteuropa der Weltverbraucherschutzorganisation.
Der illegale, durch Internetpiraterie und Raubkopierer entstehende Markt wird auf weltweit rund vier Mrd. Dollar geschätzt. Auf der Konferenz stellte die Ifpi Erkenntnisse bezüglich des Zusammenhangs zwischen Musikpiraterie und organisierter Kriminalität vor. Diverse Fälle der jüngsten Vergangenheit hatten auf einen solchen Zusammenhang hingewiesen: So wurden in Italien 21 Musikpiraten verhaftet, die ein umfangreiches Piratennetzwerk betrieben und auch in den Import von CD-Rohlingen aus Südostasien verwickelt waren. In Russland war eine heimlich betriebene Fabrik aufgedeckt worden, deren Kapazitäten für die Produktion von 18 Mio. DVDs pro Jahr ausreichten. In Paraguay hatte die Aufdeckung einer Korruptionsaffäre um die gesetzeswidrige Einfuhr von über einer Mio. CD-Rohlingen zur Abdankung des Innenministers und führender Angestellter von Zollbehörde und Polizei geführt. Jede zweite physische Kopie von fünf ist eine Raubkopie. Damit, so die Ifpi, sei Musikpiraterie die größte Bedrohung für die weltweite Musikindustrie.
Die Ifpi und ihre Mitglieder unterhalten ein globales Team von 200 Ermittlern und Analysten um Musikpiraten aufzuspüren. Zu den Ermittlungsmethoden gehören auch spezielle Laboruntersuchungen, mittels derer die Quelle raubkopierter CDs zurückverfolgt werden kann. In Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und Vollzugsbehörden können so pro Jahr rund 50 Mio. Raubkopien sichergestellt werden. Iain Grant, Leiter der Ifpi-Vollstreckungsabteilung, sagte: „Die Konferenz bringt die wichtigsten Beteiligten im Kampf gegen Musikpiraterie zusammen. Es ist eine gute Gelegenheit, unsere globale Strategie zu bewerten, zu planen und zu überarbeiten. Wir freuen uns besonders, dass so viele Vertreter von Polizei, Zollbehörden und anderen Vollzugsbehörden anwesend sind.“ Zur Eröffnung der Konferenz rief Rick Dobbis, President Sony Music International, die Regierungen, die bisher nicht in der Lage seien, Urheberrechte nachhaltig durchzusetzen, zur Unterstützung der Industrie auf.






