Recorded & Publishing

Gespräche zwischen BMG und Warner scheinen am Ende

Die Gespräche zwischen Time Warner und Bertelsmann bezüglich einer Fusion ihrer Musiksparten scheinen vorerst beendet zu sein. US-Medien zufolge hat sich der TW-Vorstand entschlossen, andere Optionen zu verfolgen. EMI mischt wieder mit.

Die Gespräche zwischen (AOL) Time Warner und Bertelsmann bezüglich einer Fusion ihrer Musiksparten scheinen vorerst beendet zu sein. Offenbar konnten sich die beiden Konzerne bislang nicht über die offenen Bewertungsfragen und die damit verbundenen Kompensationszahlungen einigen. Offizielle Stellungnahmen gibt es dazu nicht. US-Medien zufolge hat sich der TW-Vorstand jedoch entschlossen, eine andere Option zu verfolgen. Dem Vernehmen nach ist diese andere Option vor allem die EMI Group. TW erwägt, den Briten einen Mehrheitsanteil an der Warner Music Group (WMG) zu verkaufen. Allerdings deutet einiges auf widerstreitende Interessen innerhalb von Time Warner hin. Es heißt, bei der WMG bevorzuge man nach wie vor BMG als Partner. Dagegen soll die Konzernleitung unzufrieden mit dem Verlauf der Verhandlungen sein und wolle nun zügig Resultate sehen. Laut „New Work Post“ war Alain Lévy, Chef von EMI Recorded Music, bereits in dieser Woche in New York, um mit TW-Verhandlungsführer Jeff Bewkes über Einzelheiten zu sprechen. Auch TW-CEO Richard Parsons hat angeblich schon Kontakt mit EMI-Chairman Eric Nicoli aufgenommen. Insider prophezeien indes Turbulenzen, sollte die WMG an EMI verkauft werden: Damit hätte WMG-Chef Roger Ames nicht nur zwei geplante Fusionen nicht zum Ende geführt, sondern er müsste sich dann auch mit Lévy arrangieren. Ames und Lévy waren einst bei PolyGram Kollegen und sind sich seither spinnefeind. Unklar bleibt zudem die Taktik von Bertelsmann in Bezug auf BMG. Im vertrauten Kreis ließ Finanzchef Siegfried Luther Insidern zufolge wiederholt durchblicken, dass er sich am liebsten von der Musiksparte trennen würde.

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