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Gesellschafter-Versammlung der aMM: Marketing-Maßnahmen zahlen sich aus

Am 9. und 10. November kamen rund 120 Kommanditisten des Fachhandelsverbunds aktiv Musik Marketing (aMM) zu ihrer Jahrestagung mit anschließender Gala im Leipziger Renaissance Hotel zusammen. Laut Geschäftsführer Uwe Imhof schnitt der aMM im abgelaufenen Geschäftsjahr besser ab als der Markt.

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Mit einem nur einstelligen Minus im abgelaufenen Geschäftsjahr verhalte sich der aMM antizyklisch zum schlechteren Abschneiden des Gesamtmarkts, erklärte Imhof zum Abschluss der Gesellschafterversammlung. „Wir können uns nicht über diese Zahlen freuen, aber wir erkennen daran, dass unsere verstärkten Marketingaktivitäten greifen und sich unsere musikalische Fachkompetenz auszahlt.“

Als Beispiel führte Imhof die so genannten Perlenfischer-Aktivitäten des aMM an, außerdem liefe die Vermarktung von Maxi-CDs und die bundesweit beworbene aktiv-Musik des Monats „sehr gut“: „Bei der aktiv-Musik des Monats haben wir mit 24,99 Mark begonnen und das Angebot inzwischen auf 29,99 Mark angehoben“, erklärte er. „Und das erwies sich nicht als hinderlich für die Verkäufe.“

Zum aMM gehören derzeit laut Imhof bei einem bundesweiten Marktanteil von 3,8 Prozent knapp 150 Unternehmer mit 176 Outlets – vor zwei Jahren zählte die Gesellschaft noch rund 160 Mitglieder mit fast 200 Geschäften. Für das Jahr 2002 bearbeite der aMM allerdings 15 Neubewerbungen: „Wir kommen in eine Vorwärtsbewegung. Es gibt Händler, die sich dafür interessieren, in unserer Kooperation mitzuarbeiten. Das ist auch ein Erfolg unserer Marketingaktivitäten.“

Außerdem, so Imhof, werde es im kommenden Jahr Neueröffnungen und Geschäftsvergrößerungen aus dem aMM heraus geben: „Musik hat Zukunft im deutschen Einzelhandel.“ Dennoch sprach der Geschäftsführer von einer „Krise“ des Gesamtmarkts: „Dafür haben wir in diesen zwei Tagen einfach keine netteren Worte gefunden.“ Als Grund nannte er unter anderem die mangelnde Aktraktivität von Musik für die Konsumenten.

Imhof kritisierte, dass die Anbieter die Vermarktung ihrer Produkte zu sehr auf kurzfristige Trends fokussierten, dabei sei musikalische Vielfalt vorhanden: „Und Qualität lässt sich breitgefächert verkaufen.“ Um der Krise zu begegnen müsse der aMM aber auch klären, welche Fehler im Handel zu beheben seien: „Wir müssen unsere Geschäfte noch stärker daraufhin hinterfragen, ob sich die Kunden dort richtig aufgehoben fühlen.“

Profil: Beratung und Kompetenz

Als Kernpunkte nannte Imhof dabei Beratung, Dienstleistung und die Nähe zum Produkt: „Die Konsumenten müssen den Unterschied im Fachhandel erkennen.“ Dazu will der aMM sein Profil weiter schärfen. Unter anderem verspreche das mit der Agentur Mach was erarbeitete Marketingkonzept für 2002 mehr Frische, Dynamik und Provokanz.

Im Tagesgeschäft erweise sich zudem die EDV als wesentliches Instrument des Fachhandels. Hier habe der aMM reagiert und die EDV-Abteilung in Siegen auf zwei Mitarbeitern erweitert. Zum Jahreswechsel soll zudem der frühere WOM-Einkaufsleiter Tom Dreyer die „fachliche Ausrichtung“ weiter ausbauen. Um die Umsetzung der Corporate Identity und die Kundenansprache der Fachhändler „neutral und wertfrei zu hinterfragen“ hat aMM zudem mit dem Kölner Unternehmen Shop Control anonyme Tests durchgeführt.

Auch das Thema DVD stand auf der Tagesordnung: „Die DVD steht nicht allein bei denen im Fokus, die Preismarketing als Allheilmittel betrachten“, meinte Imhof. „Der DVD öffnen wir uns in allen Bereichen.“ Schon heute habe der aMM in diesem Segment einige Schwerpunkthändler: „Und ein DVD-Player unter dem Weihnachtsbaum bringt uns mehr als ein Handy.“ Hier wolle die Gesellschaft künftig zu einer direkten Belieferung durch die Hersteller gelangen.

Zur abschließenden Gala hatte der aMM auch zahlreiche Vertreter der Plattenfirmen eingeladen. Im Festsaal des Renaissance-Hotels gab dabei die Formation Reamonn ein Akustik-Set, außerdem traten die Rockband Sub7even, der Tenor Piero Mazzocchetti und die Band On @ Mission auf.