Recorded & Publishing

Geschäftsaufgabe: Dierking zieht die Notbremse

Cord Dierking, Inhaber des Fachgeschäfts aktiv Musik & mehr, schließt seinen Laden Ende Januar. Er will mit diesem Schritt drohenden Verlusten durch einen neuen Mitbewerber in dem niedersächsischen Städtchen zuvorkommen.

“Ich will mein Geschäft sauber abwickeln“, erklärt Cord Dierking im Gespräch mit musikwoche.de. Er wolle nicht zusehen müssen, wie sein Laden durch die für Herbst 2003 angekündigte Eröffnung eines großen Elektrofachmarkts im Innenstadtbereich des 32.000 Einwohner zählenden Nienburgs kaputt gemacht werde. Und die derzeitige wirtschaftliche Situation trage das ihre bei: Nach erfolgreichen Jahren seien die Umsätze seit 1999 stetig gesunken. 2002 verzeichnete Dierking ein Umsatzminus im zweistelligen Bereich.

Auch andere Einzelhändler in Nienburg gaben bereits auf: Ein Interfunker schloss im Dezember, ein Elektrofachgeschäft und ein Handy-Shop planen laut Dierking ähnliche Schritte. Neben dem neuen Elektromarkt verfügt Nienburg bereits über ein expert- und über ein Weltbild-Outlet. Das Ausweichen ins Nischenrepertoire macht laut Dierking keinen Sinn: „Für eine Spezialisierung ist Nienburg zu klein.“ Dafür sei der Räumungsverkauf bislang gut gelaufen: „Allein am ersten Tag waren fünfmal so viele zahlende Kunden im Laden wie sonst“, meint Dierking, der zunächst Nachlässe von 20 Prozent gewährte, und diese nun über 30 auf schließlich 40 Prozent steigert. Am besten verkauft er dabei Klassik, Jazz und Weltmusik. Die Geschäftspartner auf Herstellerseite, bei denen sich Dierking für die Zusammenarbeit bedankte, seien froh über jede CD, die sie nicht zurücknehmen müssten.

Derzeit sucht er noch Interessenten für das Inventar aus dem Hause Xano-Graphes. Dierking eröffnete sein erstes Tonträgergeschäft vor 17 Jahren in Neustadt am Rübenberge. Nach einem Umzug des Neustädter Outlets eröffnete er vor mehr als zehn Jahren das erste Nienburger Geschäft zunächst als Zweigstelle auf knapp 40 Quadratmetern. Nach zwei Umzügen verfügte Dierking zuletzt in der Nienburger Fußgängerzone über rund 280 Quadratmeter. Die eigene berufliche Zukunft hat er bereits gesichert. Seinen beiden Vollzeitmitarbeitern und einer Teilzeitkraft musste er kündigen.