Im Streit um den Zweiten Korb des Urheberrechts greift GEMA-Vorstandsmitglied Dr. Harald Heker nun den Herstellerverband Bitkom an: Dieser argumentiere mit „unrealistischen und falschen Zahlen“, wenn er von einer „möglichen Verfünffachung der Einnahmen der Autoren und Künstler im Zuge der Novelle“ spreche, heißt es acht Tage nach einer entsprechenden Pressemitteilung der Frankfurter Interessenvertreter nun aus München.
„Wenn Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms wenige Tage vor der Beratung des Gesetzentwurfs im Rechtsausschuss des deutschen Bundestages den Eindruck erweckt, als profitierten die Musikautoren von den geplanten Regelungen, so ist dies der durchsichtige Versuch, von der drohenden Umverteilung zugunsten der Industrie und zulasten der Kreativen abzulenken“, moniert Heker. „Der Schutz des geistigen Eigentums ist ein zu hohes Gut in unserer Gesellschaft und darf nicht durch Lobbykampagnen von Industrieverbänden beschädigt werden.“
Die GEMA fordert daher den Bundesverband Bitkom dazu auf, „zu einer Lobbykultur zurückzufinden, die Politiker und die interessierte Öffentlichkeit mit Tatsachen und Argumenten und nicht mit falschen Behauptungen versorgt“. Im Gegensatz zur Darstellung der Bitkom würden „die geplanten Regelungen der Urheberrechtsnovelle im Vergleich zur geltenden Rechtslage im Bereich der Vergütungsansprüche für private Vervielfältigung erhebliche Verschlechterungen für die Urheber“ bedeuten.
Gegen den Entwurf zum Zweiten Korb des Urheberrechts, der am 8. November im Rechtsausschuss des Bundestags beraten wird, hat sich eine breite Front der Kreativen gebildet. Stimmen vom Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, vom VUT, dem DMV, der GEMA, Prof. Klaus-Michael Karnstedt, Prof. Dieter Gorny und Edgar Berger finden Sie in MusikWoche, Heft 45/2006 oder im livepaper.






