Die Verwertungsgesellschaft GEMA will mit einer neuen Unternehmensstrategie auf die Herausforderungen des sich ändernden Musikgeschäfts reagieren und so ihre Marktposition in Europa stärken. Die dazu nötige Neuausrichtung hätten Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft kürzlich in München beschlossen. Ziel sei es, eine erfolgreiche, wirtschaftlich gesunde Organisation mit einer positiven Wachstumsperspektive zu bleiben, heißt es bei der GEMA.
„Das Musikgeschäft ist von enormen Umstrukturierungen gekennzeichnet“, betont GEMA-Vorstandssprecher Prof. Dr. Jürgen Becker. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen verändern sich. Die nationalen Gebietsmonopole der Verwertungsgesellschaften werden durch die Aktivitäten der EU-Kommission zunehmend in Frage gestellt“, ergänzt er. Die GEMA müsse sich künftig verstärkt auf Wettbewerbssituationen einstellen. „Wir haben deshalb eine Strategie entwickelt, die ausgerichtet ist auf die Optimierung des heutigen Bestandsgeschäftes, auf eine Internationalisierung unserer Rechtewahrnehmung und auf Angebote neuer Dienstleistungen. Nur so kann die GEMA auch künftig ihre bewährte Rolle als international geschätzte Interessenvertretung aller Musikautoren und Rechteinhaber wahrnehmen.“
Zur Unterstützung der neuen Unternehmensstrategie will die GEMA u.a. ein neues Personalführungssystem einführen und „eine marktorientierte, effektive Aufbau- und Prozessstruktur mit weniger Hierarchieebenen schaffen“. Als erstes Beispiel der Umsetzung wurde der Posten des Generaldirektors im GEMA-Vorstand und die Geschäftsbereichsleiter-Ebene abgeschafft.
Außerdem will sich die GEMA künftig auf die Vermarktung ihres Produkt- und Dienstleistungsangebots konzentrieren und dazu eine neue Direktion Marketing aufbauen. Auch dem Bereich Informationstechnologie der GEMA kommt vermehrt Bedeutung zu: Dieses Segment wird weiter ausgebaut, um die Gesellschaft auch als Dienstleister für Informationstechnologie zu positionieren. „Das profunde Know-how der GEMA bezüglich der Güte und Präzision der Lizenzierung, Abrechnung und Verteilung sowie der Dokumentation soll genutzt werden“, heißt es bei der GEMA.






