Recorded & Publishing

GEMA lehnt Canossagang ab

Die GEMA weist das Begehren der IFPI, den den Urbebervergütungssatz für die Lizenzierung von Tonträgern zu senken, noch einmal mit Nachdruck zurück.

Die GEMA weist das Begehren der IFPI, den den Urbebervergütungssatz für die Lizenzierung von Tonträgern zu senken, noch einmal mit Nachdruck zurück. „Wenn die Industrie ihre Verluste auf dem Rücken der Urheber wettmachen will, dann verkennt sie nachhaltig den Wert des geistigen Eigentums. Sie erstickt damit jede musikalische Schöpferkraft,“ schreibt GEMA-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Reinhold Kreile in seiner „offenen Antwort der GEMA“ auf die Pressemitteilung der IFPI von vergangener Woche. Jedes zivilisierte Land verlange eine angemessene Vergütung für die Kreativen, wobei die „Angemessenheit“ bei etwa zehn Prozent liege. Der derzeitige Tarif sei somit realistisch. Zudem hätten die Urheber in den letzten 20 Jahren immer wieder Verständnis für die Belange der Tonträgerindustrie aufgebracht, etwa als der Tarifsatz in beiderseitigem Einvernehmen von elf auf aktuell 9,009 Prozent gesenkt worden sei. Eine weitere Reduzierung auf 5,6 Prozent ist in den Augen von Kreile „Lohndrückerei“, um die Gewinnspanne der Tonträgerhersteller zu erhöhen. „Die deutschen Gerichte werden einer solchen Enteignung nicht folgen,“ warnt Kreile die Unternehmen. Darüber hinaus befürchtet der GEMA-Chef, dass unabhängige Verlage derart in finanzielle Bedrängnis gebracht werden sollen, um dann von Majorverlagen übernommen werden zu können. Außerdem gehe es bei der jetzigen Auseinandersetzung bereits um die Vergütungen für die digitalen Vertriebswege, die die IFPI gleich mitdrücken will. Am guten Willen fehle es der GEMA jedenfalls nicht, um über eine angemessene Vergütung mit der IFPI zu verhandlen, so Kreile: „Aber nach Canossa gehen die Urheber nicht.“

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