Im Vorfeld der Echo-Verleihung macht sich Verbändechef Gerd Gebhardt Gedanken über die Akzeptanz des Urheberrechts in der Gesellschaft. Selbst Lehrer würden es nicht schaffen, ihren Schülern ein Bewusstsein für Recht und Unrecht zu vermitteln. „Wissen Sie, wer in den Schulen die schlimmsten sind?“, fragt Gebhardt in einem Interview mit dem „Stern“. „Die Lehrer! Ich war auf einem Elternsprechtag und da war jedes zweite Wort: ‚Das kann ich Ihnen kopieren.‘ Egal ob Musik oder Computersoftware, da wird alles kopiert. Und erklären Sie dann mal ihrem Sohn, dass das illegal ist.“ Der Verbändechef glaubt auch nicht, dass nur Jugendliche mit ihrer Schwarzbrennerei ein Problem für die Branche darstellen: „Untersuchungen zeigen, dass die CD-Brenner auch bei 60-Jährigen munter laufen.“ Gebhardt will zwar nicht mit „Musik-Sheriffs“ drohen, die im Auftrag der Industrie Kinderzimmer durchsuchen. Dennoch findet er das Vorgehen seiner US-Kollegen von der RIAA konsequent, die illegalen Filesharern mit der juristischen Knute beizukommen versuchen. „Man hat diejenigen, die eine Menge Musik ins Netz gestellt haben, verklagt und so klar gemacht, dass das illegal ist.“
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