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GDM legt Geschäftsbericht vor

Der Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM) legt kurz vor seiner anstehenden Hauptversammlung den Geschäftsbericht 2001/2002 vor. Nach Angaben des Verbands klagen 70 Prozent aller Tonträgerfachhändler über Umsatzeinbußen.

“Das Jahr 2001 konnte die Umsatzerwartungen bei weitem nicht erfüllen. Der Start ins neue Jahr war bisher katastrophal. Auf diese kurze Formel lässt sich das Geschäftsjahr 2001/2002 bringen“, teilt der GDM unter der Leitung von Präsident Georg Kern und Geschäftsführer Dr. Heinz Stroh mit. Viele Händler hätten zudem im ersten Quartal einen Umsatzeinbruch erlitten, „wie es ihn in den letzten Jahrzehnten kaum gegeben hat“. Die GDM-Leitung verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels im Jahr 2002 mit rund 8000 Pleiten und dem Abbau von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen im gesamten Einzelhandel rechnet. Die Situation spiegelt sich auch im Umsatzbarometer des Verbands wider: Während 2000 noch 22,2 Prozent aller Musik- und Musikalienfachhändler von sinkenden Umsätzen berichteten, sind es 2001 bereits 52,2 Prozent.

„Schlusslicht der Umsatzumfrage war, wie auch in den vergangenen Jahren, der Verkauf von Tonträgern. Die deutsche Musikindustrie steckt in der tiefsten Krise seit rund 20 Jahren“, bilanziert der GDM. Von den am Umsatzbarometer teilnehmenden Tonträgerhändlern berichten nur 30 Prozent von Zuwächsen, 70 Prozent dagegen von Einbußen. Neben der Brenner- und Online-Piraterie nennt der Verband auch die Euro-Einführung als einen Grund für die Krise. Weiterhin verweist der GDM auf ein laufendes Verfahren zum Verkauf unter Einstandspreis: „Das von uns initiierte Verfahren vor dem Bundeskartellamt hat ergeben, dass die untersuchten Firmen teilweise Tonträger unter dem Einstandspreis verkauft haben.“ Im April 2002 trafen sich deshalb Vertreter des GDM, von Karstadt, WOM World of Music, expert, ProMarkt, Müller und Amazon beim Bundeskartellamt zu einem Gespräch. Vertreter von Media-Saturn hätten die Teilnahme abgesagt. Das Bundeskartellamt soll sich laut GDM von dieser Runde „eine gewisse Signalwirkung“ im Hinblick auf die künftige Preisgestaltung versprochen haben. Die Hauptversammlung des GDM findet vom 7. bis zum 9. Juni in Leipzig statt.