Recorded & Publishing

Gartner-Studie prophezeit Erfolge viraler Systeme

In einer aktuellen Umfrage unter onlineaffinen Musikinteressierten betonte jeder Vierte, P2P-Elemente seien ein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung für ein Musikportal. Jeder Zehnte setzt Empfehlungen anderer Nutzer auch in Käufe um.

In einer aktuellen Umfrage unter onlineaffinen Musikinteressierten betonte jeder Vierte, P2P-Elemente wie Möglichkeiten zum Tausch von Songs seien ein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung für ein Musikportal. Ein Drittel aller Studienteilnehmer gab zudem an, sich gern an technologiebasierten Musikempfehlungssystemen oder zumindest einsehbaren Playlists oder Empfehlungen anderer Nutzer zu orientieren. Jeder Zehnte fügte schließlich an, diese Empfehlungen auch regelmäßig in Käufe umzusetzen.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Studie der Marktforscher von Gartner und des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard Law School in Cambridge. Befragt wurde allerdings nur eine kleine und spezialisierte Gruppe von 475 Personen, die sich als Early Adopters von kommerziellen und nicht-kommerziellen Musikdownloads für die Teilnahme an der Untersuchung qualifizierten.

Bis 2010, so lautet ein Fazit der Studie, sollen demnach 25 Prozent aller Onlineumsätze im Musikgeschäft direkt auf digitale Mundpropaganda wie Empfehlungen anderer Nutzer zurückzuführen sein. Die Musikbranche habe in den vergangenen acht Jahren alle Ansätze des Musiktauschs bekämpft und sei dabei zumeist grandios gescheitert, sagte Derek Slater als Co-Autor der Studie dem „Boston Globe“. Die Untersuchung zeige nun, dass es an der Zeit sei, die längst etablierten Realitäten zu akzeptieren und zu nutzen: „Mundpropaganda war schließlich schon immer eines der wirkungsvollsten Marketinginstrumente.“