Nach Spekulationen über eine mögliche Übernahme der EMI Group durch Apple Computer, kehrte an der Londoner Börse zuletzt wieder mehr Realitätssinn ein. Die Banker tippen wieder energisch auf einen Zusammenschluss von EMI mit der Warner Music Group. Die EMI-Aktie beendete den 26. Januar mit einem leicht gestiegenen Kurs von 260 Pence, was dem britischen Major eine Marktkapitalisierung von 2,05 Mrd. Pfund oder 2,99 Mrd. Euro beschert. Die Papiere der WMG waren bei Börsenschluss bei leichten Abschlägen 20,94 Dollar teuer, womit die US-Musikfirma nun 3,11 Mrd. Dollar oder 2,55 Mrd. Euro wert ist.
Bei der Citigroup setzen die Analysten allerdings mittelfristig auf Kursgewinne und halten ihre Kaufempfehlung aufrecht. Gleiches gilt für die Deutsche Bank, die einen Zusammenschluss der beiden Majors für wirtschaftlich und marktstrategisch für logisch hält. Die zu erwartenden Synergien und Einsparungsmöglichkeiten einer Fusion würden sogar einen Aufpreis von bis zu 58 pro Aktie bei den EMI-Papieren rechtfertigen, erklärte Analyst Paul Reynolds.
Sollte die Majorhochzeit jedoch erneut an den Kartellwächtern scheitern, sei auch ein Verkauf von EMI Music Publishing denkbar. Die Erlöse könnte EMI dann in den Rückkauf von Aktien stecken. EMI-Chairman Eric Nicoli wollte bereits vor wenigen Tagen auf der Midem keinen Kommentar zu den anhaltenden Spekulationen abgeben, erklärte jedoch, dass jegliche Mergerpläne von den Wettbewerbshütern aufs Kleinlichste geprüft werden würden.





