Der Musikmarkt in Frankreich wuchs im Jahr 2025 um 3,9 Prozent auf Umsätze in Höhe von 1,071 Milliarden Euro. Das zeigt der Jahresbericht des Syndicat National de l’édition Phonographique (SNEP). Dazu steuerte das Digitalgeschäft über alle Angebotsformen hinweg bei Einnahmen in Höhe von 711 Millionen Euro ein Plus von 5,4 Prozent bei, die Umsätze aus dem Verkauf von Tonträgern legten um fünf Prozent auf 205 Millionen Euro zu. Bei Aufführungsrechten und im Synch-Markt gingen die Einnahmen der Plattenfirmen derweil zurück, was der Branchenverband unter anderem auf die dank der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 starke Vorjahresbilanz in diesen Bereichen zurückführt. Für 2024 hatte der SNEP-Verband noch ein Plus von sieben Prozent melden können.
Eher ungewöhnlich zeigt sich die aktuelle Entwicklung bei den verschiedenen Streamingangeboten: Die Einnahmen aus Musikabos wuchsen um 5,9 Prozent auf 553 Millionen Euro, schneller bergauf ging es derweil beim werbefinanzierten Audiostreaming, wo das Plus bei zwölf Prozent lag – bei Umsätzen von 84,1 Millionen Euro. Die Erlöse aus werbefinanziertem Videostreaming gingen derweil um fast drei Prozent zurück auf 65 Millionen Euro.
Der digitale Marktanteil in Frankreich lag 2025 bei 78 Prozent, CDs und Vinyl kamen zusammen auf 22 Prozent, wobei Vinyl im Umsatzranking mit einem Umsatzplus von 14,8 Prozent hinter dem Streaming und vor der CD lag.
Bei den Tonträgern macht sich aber auch der Unterschied zwischen hochpreisigen Sammlerstücken und oftmals günstigeren Konsumprodukten bemerkbar: So spielten die Plattenfirmen in Frankreich mit rund sechs Millionen abgesetzten Schallplatten rund 113 Millionen Euro ein, während rund acht Millionen abgesetzte CDs für Einnahmen von 89 Millionen Euro sorgten.
Großen Wert legt man beim SNEP auf die Erfolge heimischer Produktionen: So streicht der Branchenverband heraus, dass 16 Alben in den Top 20 des Jahres 2025 von französischen Künstler:innen stammten und drei Viertel der Top 200 Alben. Das sei ein Zeichen für die große Vitalität der heimischen Musikszene, heißt es aus Paris.
Für die Klassik berichtet der SNEP-Verband derweil von einem „Strukturwandel“, da in diesem Genre die Streamingumsätze im vergangenen Jahre erstmals die aus dem Verkauf physischer Tonträger übertrafen. Das spiegelt sich auch in den Jahrescharts in diesem Bereich, wo Sofiane Pamart gleich dreifach in den Top 5 vertreten ist, neben Ludovico Einaudi und „The World Of Hans Zimmer“.




