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Frankreichs Branche sieht Licht am Ende des Tunnels

Nach vier Jahren mit drastischen Markteinbrüchen beendete die französische Musikindustrie das Jahr 2005 mit einem Ergebnis, das Hoffnung macht. Die Absatzzahlen blieben konstant, doch aufgrund des akuten Preisverfalls sanken die Umsätze der Branche weiter.

Nach vier Jahren mit drastischen Markteinbrüchen beendete die französische Musikindustrie das Jahr 2005 mit einem Ergebnis, das Hoffnung macht. Die Absatzzahlen blieben konstant, doch aufgrund des akuten Preisverfalls – minus 15 Prozent in zwei Jahren – sanken die Umsätze der Branche weiter. Die Anzahl der verkauften Tonträger gab Frankreichs Verband Snep noch nicht bekannt, dafür nannte Generaldirektor Hervé Rony Umsatzzahlen: Nach Großhandelswert sanken die Umsätze der Branche um drei Prozent auf 980 Mio. Euro. Gemessen an den Endverbraucherpreisen mussten die Plattenfirmen mit einem Minus von voraussichtlich acht bis zehn Prozent klarkommen.

Endgültige Zahlen will die Snep im Rahmen der Midem am 23. Januar präsentieren. Rony schätzte den Branchenumsatz jedoch auf „knapp unter 1,5 Mrd. Euro“. Im digitalen Marktsektor sieht auch die französische Musikindustrie den wichtigsten Wachstumsmotor. Mit 20 Mio. Downloads über Online- und mobile Plattformen wuchs dieser Bereich um das Zehnfache im Vergleich zu 2004. Der Umsatz stieg um voraussichtlich 153 bis 212 Prozent von 8,5 Mio. auf 30 bis 35 Mio. Euro.

„Der Markt stabilisiert sich“, erklärte Rony in Paris. „Und mit dem Wachstum bei den Onlineverkäufen kompensieren wir langsam unsere Verluste im physischen Bereich. Die Zuwächse im Downloadmarkt sind enorm aber keineswegs explosionsartig. Wir werden also noch eine Weile brauchen, bis wir uns vom 35-prozentigen Umsatzverlust der letzten vier Jahre erholt haben.“ Doch Rony gibt sich zuversichtlich, dass nach den nun erfolgten Umstrukturierungen bei den Majors das Schlimmste für die Branche vorüber ist.

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