Recorded & Publishing

forward2business verwandelt Musik in Wasser

Der vierte forward2business-Kongress am 8. und 9. Juni in Halle schlug erneut eine Brücke von der Gegenwart in die Zukunft.

So versuchten sich etwa die Teilnehmer des als Wirtschaftssimulation angelegten Panels „Experiment 2015 – Die Musikindustrie und ihre Zukunftsmodelle“ an einer Vision des künftigen Musikgeschäfts. Mit von der Partie waren Viva-Macher Dieter Gorny, Motor-Geschäftsführerin Petra Husemann-Renner, Sebastian Purps, Senior Manager Global Music Content Alliances bei Ericsson EMEA, Michael Schiewack, Programmchef von MDR Jump und Sputnik, Uwe Schnepf, Director New Media Tiscali Business und Oliver Stollbrock vom Bekleidungshaus Rosner.

Unter der Leitung von Science-Fiction-Autor Karlheinz Steinmüller reagierten sie auf ein fiktives Szenario: Musik werde 2015 ebenso allgegenwärtig und frei verfügbar sein wie heute Leitungswasser. „Die Vertreter der anderen Branchen konnten sich dabei zunächst leichter von ihren gewohnten Vorstellungen befreien“, meinte Sven Gábor Jánszky, Managing Director des forward2business-Büros zum Verlauf des Panels. Zu den Schlagwörtern gehörten die Individualisierung, die Personalisierung des Angebots und die Differenzierung der Vertriebswege. Während aber Radio-Mann Schiewack den Plattenfirmen in ihrer heutigen Form keine Überlebenschance gab, betonte Husemann-Renner die Kraft des Mittelstands: „Gerade in einer Zeit, in der alles verfügbar ist, wenden sich die Menschen gern an jemanden, dem sie vertrauen.“

Daher sei die Firma der Zukunft aus Sicht der Kunden vor allem als Berater gefragt. Dagegen sah Gorny die Musiker am Drücker: „Der Künstler wird soweit sein, dass er sagt, er sei seine eigene mittelständische Entertainmentfirma.“ Das Know-how könnten freie Mitarbeiter zuliefern. Organisator Jánszky zeigt sich nach dem Kongress zufrieden mit der Veranstaltung. „Die Resonanz von den Teilnehmern und auch in der Presse war positiv.“ Bei der abschließenden Verleihung der Sputnik Innovator Awards nahm Rupert Evans vom Unternehmen Digimpro den ersten Preis für Moby entgegen. Der Musiker erhielt die Auszeichnung für seine Single „Lift Me Up“, die Käufern dank einer von Moby und Evans ent- wickelten Software eigene Remixe ermöglicht. Der zweite Award ging an Henning Schulzrinne, den Vater der Internettelefonie.