Ursprünglich war der Gedanke, den KulturPass nicht nur zu verlängern, sondern noch auszubauen, sprich: Ihn auch für Altersstufen jenseits der 18-Jährigen zu öffnen. Spätestens das Haushaltschaos nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat diesen Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Wobei es aber – vorbehaltlich der endgültigen Beschlussfassung des Bundestages zum Bundeshaushalt, die für die kommende Sitzungswoche anberaumt ist – bleiben soll, ist die Verlängerung des KulturPasses. Und das nicht nur in dem Sinne, dass der Jahrgang 2005 das ihm gewährte Guthaben (sofern innerhalb des Kalenderjahres 2023 eine Registrierung erfolgte, anderenfalls verfällt es) noch bis Ende des neuen Jahres für kulturelle Angebote wie Kinobesuche nutzen kann.
Vielmehr soll tatsächlich auch der Jahrgang 2006 Zugang zum KulturPass erhalten, und das Angebot ab dem jeweiligen 18. Geburtstag nutzen können, allerdings frühestens ab 1. März, zu diesem Termin ist die Freischaltung möglich. Das Budget für den neuen Jahrgang wurde gegenüber dem vorherigen jedoch halbiert. Statt 200 Euro stehen jungen Menschen, die 2024 die Volljährigkeit erreichen, im Rahmen des KulturPasses nur 100 Euro zur Verfügung. „Angesichts der allgemeinen Haushaltslage war die Fortführung des Projekts eine große Kraftanstrengung“, heißt es dazu auf der Website des KulturPasses.
Hinsichtlich der „Erstauflage“ des KulturPasses ist unterdessen zu vernehmen, dass schon jetzt feststehe, dass das für den Jahrgang 2005 geplante Budget nicht ausgeschöpft werden wird – und das auf Basis der noch rechtzeitig erfolgten Registrierungen. Hierzu gab es bislang noch keine offiziellen Angaben, Kulturstaatsministerin Claudia Roth sprach gegenüber dem MDR unlängst nur davon, dass bis Ende des Jahres 2023 rund 300.000 Jugendliche den KulturPass genutzt hätten (bei rund 750.000 Berechtigten). Ohnehin war man von Anfang an (auch auf der Basis der Erfahrung aus anderen Ländern) nicht davon ausgegangen, dass alle Berechtigten ihr Guthaben ausschöpfen würden. Für dieses Szenario hätten die 100 Mio. Euro Budget gar nicht ausgereicht.
Genutzt wurden die Guthaben gemäß einer zu Beginn des neuen Jahres gezogenen Bilanz vor allem für Bücher, mehr als 600.000 seien mittels KulturPass erworben worden. Kinobesuche via KulturPass seien bis Anfang des Jahres gut 250.000 (bei Ticketumsätzen von rund drei Mio. Euro) gezählt worden, zudem wurden unter anderem gut 100.000 Tickets für Konzerte und Festivals und rund 6000 Musikinstrumente erworben.
Oder mit anderen Worten: Sollte die Kinonutzung des KulturPasses im Jahr 2024 jener im zweiten Halbjahr 2023 folgen, würde den Kinos selbst unter der (völlig unrealistischen) Annahme, dass jeder mittels KulturPass getätigte Kinobesuch (nur) von diesem ausgelöst wurde, über diese Maßnahme wesentlich weniger Geld zufließen, als ihnen durch die Kürzung des Zukunftsprogramms Kino verloren geht.
Immerhin: Dem Vernehmen nach gab es in den die Film- und Kinobranche betreffenden Teilen des Kulturetats gegenüber der Bereinigungssitzung von Mitte November 2023 im weiteren Haushaltsverfahren keine neuerlichen Einschnitte.






