Recorded & Publishing

finetunes als digitales Warenlager der Independents

Seit Februar 2004 unterstützt finetunes Indie-Labels dabei, ihr Repertoire online verfügbar zu machen. Nach dem Schulterschluss mit dem VUT könnte die Firma nun zum Online-Hauptquartier der Independent-Szene werden.

Gegründet wurde finetunes im Dezember 2003; der offizielle Startschuss fiel Ende Februar. „Und seit dem 1. Juli sind wir mit unserem Musikangebot und dem User-Zuspruch absolut zufrieden“, erklärt Unternehmensgründer Henning Thiess. „Immerhin haben wir noch keinen Cent Marketing-Budget ausgegeben.“ Gemeinsam mit seinem Part-ner Oke Göttlich konnte Thiess bald die ersten Indie-Labels überzeugen, die finetunes mit einem „Rundum-sorglos“-Paket auf dem Weg zum digitalen Inhalte-Anbeiter versorgt. Die Hamburger konvertieren die Musiktitel von CD, statten die Dateien mit einem DRM-System aus und sorgen auf Wunsch für die Präsenz in den einschlägigen Download-Shops wie iTunes, Napster oder Sony Connect. Über eine kostenlose Administrationssoftware kann der Rechteinhaber nicht nur den Abgabepreis und diverse Nutzungsbeschränkungen festlegen, sondern auch jederzeit Auskunft über die verkauften Einheiten einholen.

Daneben agiert finetunes auch selbst als Händler und verkauft über seine Website mit einer selbst entwickelten Shop-Software Musikdownloads. Die Firma lizenziert die Software kostenlos an Partnerfirmen weiter, die sich dann ihrerseits ohne größeren Aufwand einen eigenen Shop auf ihrer Site einrichten können. Das Konzept überzeugte zuletzt auch den Dachverband der deutschen Indielabels, VUT, der Anfang Juli eine Kooperation mit finetunes vereinbarte. Der gemeinsame Rahmenvertrag räumt den über 850 VUT-Mitgliedern einheitlich günstige Konditionen ein, wenn sie das Angebot von finetunes in Anspruch nehmen. Besonders die Option, finetunes als „digitales Warenlager“ zu benutzen, von dem aus man Repertoire weiterlizenzieren kann, bezeichnete der Verband als „vielversprechendes Modell für die Zukunft“. So könnte sich die Hamburger Firma bald zu einer Art Schaltzentrale für Indie-Musik im Internet entwickeln. Diese Idee scheint auch bei den Indies gut anzukommen: „Seit Beginn der Kooperation schließen wir täglich neue Verträge ab“, erklärt Geschäftsführer Oke Göttlich. „Seit Juli 2004 haben wir 100 Labels und etwa 15.000 Tracks im digitalen Warenhaus.