Die Finanzkrise bei der Sanctuary Group könnte schon bald in drastische Sparmaßnahmen münden. Der Verkauf von Unternehmensteilen ist ebenso zu erwarten wie ein Stellenabbau. Am stärksten dürfte der Rotstift bei den US-Töchtern zum Einsatz kommen. CEO Andy Taylor kündigte an, dass er bis Jahresende weitere sieben bis neun Mio. Pfund (10,4 bis 13,3 Mio. Euro) einsparen will.
Im laufenden Jahr konnte man bereits acht Mio. Pfund (11,9 Mio. Euro) Ballast abwerfen. Nun gelten die Tonstudios und der Verlagsarm als die wahrscheinlichsten Kandidaten für einen Verkauf. Entlassungen sehen Insider vor allem beim Sanctuary-Geschäft in den Vereinigten Staaten heraufziehen. Doch Taylor glaubt nach dem geplatzten Verkauf der Firma an Warner Music eisern daran, dass man die Talsohle aus eigener Kraft durchschreiten werde. Sanctuary genieße weiterhin das Vertrauen der Banken, erklärte das Unternehmen.
Ungeachtet der Durchhalteparolen des CEO sackte die Sanctuary-Aktie am 21. September auf 8,29 Pence ab. Tags darauf gab sie weiter auf 8,00 Pence nach. Der Höchstwert in den letzten 52 Wochen lag bei 45 Pence. Damit ist die Marktkapitalisierung von Sanctuary von einst über 200 Mio. Pfund auf nur noch gut 30 Mio. Pfund geschrumpft. Nachdem eine Übernahme des Unternehmens vor wenigen Wochen gescheitert war, könnten die Kaufinteressenten angesichts des sinkenden Börsenkurses wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Einen weiteren Dämpfer musste Sanctuary am 22. September hinnehmen, als Aufsichtsratsmitglied Christopher Meyer seinen Rücktritt erklärte. Der ehemalige britische Botschafter in den USA und Pressechef des Premierministers John Major war seit Juli 2003 im Board der Sanctuary Group tätig. Meyer wird künftig in der Press Complaints Commission tätig sein.






