Recorded & Publishing

Finanziell angeschlagener Jackson soll Verlagsanteile abstoßen

Glaubt man amerikanischen Medienberichten, dann ist in den nächsten Tagen eine Weichenstellung für die Zukunft von Sony/ATV Music Publishing zu erwarten. Der Druck auf Michael Jackson, seinen 50-prozentigen Anteil an dem Verlag zu verkaufen, werde immer größer, heißt es. Sonst drohe ihm die Pleite.

Glaubt man amerikanischen Medienberichten, dann ist in den nächsten Tagen eine Weichenstellung für die Zukunft von Sony/ATV Music Publishing zu erwarten. Der Druck auf Michael Jackson, seinen 50-prozentigen Anteil an dem Verlag zu verkaufen, werde immer größer, berichten die als erzkonservativ bekannten „Fox News“. Jacko drohe die Pleite, sollte er in den kommenden Tagen nicht auf einen Deal eingehen, den seine Anwälte und Finanzberater ausgehandelt haben. Um den selbst ernannten King of Pop zu entschulden, müssten seine Berater Jacksons Anteile an Sony/ATV fast vollständig abstoßen.

Die andere Hälfte des Publishers gehörte früher zu Sony Music, nach der Fusion der Tonträgersparte mit BMG wanderte der Verlag, der auch einen Großteil der Rechte am Beatles-Katalog besitzt, in die Verantwortung der Sony Corp. of America. Der harte Kern des „Unternehmens Michael Jackson“ – bestehend aus Charles Koppelman, dem ehemaligen Chef von EMI Nordamerika, seinen Anwälten John Branca und Al Malnik, Jane Heller von der Bank of America (BoA) sowie Privatinvestoren, die sich von Goldman Sachs vertreten lassen – hat laut „Fox News“ ausgehandelt, dass Jackson seine Schulden durch den Verkauf des Verlags komplett tilgen würde.

Darin enthalten wären auch die 270 Mio. Dollar, die der Sänger der BoA schuldet, sowie die Darlehen, die Mijac Music Publishing in den letzten Jahren aufgenommen hatte. Mijac ist der Verlag, der die Rechte an Jacksons eigenen Werken und einigen Songs von Sly & The Family Stone vermarktet. Nach dem Verkauf der Sony/ATV-Anteile blieben Jackson noch etwa zehn Mio. Dollar in bar sowie ein Jahressalär von geschätzten sieben bis acht Mio. Dollar. Mijac sei – wenn entschuldet – schließlich rund 100 Mio. Dollar wert, meinen Insider.

Laut „Fox News“, die Jackson im Prinzip schon vor dem Urteil im derzeit andauernden Prozess wegen mutmaßlicher Kindesmisshandlung als Schuldigen ausgemacht haben, will der Sänger sich trotz der Gefahr eines finanziellen Ruins nicht freiwillig von seinen Verlagsrechten trennen. Er sei Opfer einer Verschwörung gegen ihn, man wolle ihm den Beatles-Katalog wegnehmen. Als einen der Drahtzieher in dieser Verschwörung vermutet Jackson demnach seinen eigenen Anwalt John Branca, der an dem Verkauf eine Provision in Höhe von fünf Prozent verdienen würde.

Sollte es tatsächlich zu dem Verkauf von Jacksons Verlagsanteilen kommen, bleibt fraglich, ob die Gläubiger diese Assets selbst behalten wollen, oder ob sie letztlich an Sony weiterverkaufen würden.

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