Recorded & Publishing

Filesharing Netzwerk widerspricht Gebhardts Thesen

Das Filesharing Netzwerk widerspricht Gerd Gebhardts sieben Thesen gegen eine Kulturflatrate.

Das „Filesharing Netzwerk“ widerspricht Gerd Gebhardts sieben Thesen gegen eine Kulturflatrate. Gebhardt hatte bereits im Juni in musikwoche sieben Thesen aufgestellt, die gegen ein alternatives Refinanzierungsmodell im Online-Bereich, die sogenannte Kulturflatrate, sprechen. Für „Spiegel Online“ hatte er die Thesen in aktualisierter Form wiederholt. Nun meldet sich das Filesharer Netzwerk zu Wort, zu dem sich die Attac AG, das Netzwerk Neue Medien, Privatkopie.net und Grüne Jugend zusammengschlossen haben, und widerspricht allen sieben Thesen. So sei die Flatrate keine Enteignung der Musiker, vielmehr würden die Musiker für die Nutzung ihrer Musik vergütet. Die Befürchtung, eine Flatrate würde Online-Musikshops in ihrer Existenz bedrohen, nennt das Netzwerk zynisch, und verweist auf die Klagewelle im Jahr 2000, im Zuge derer die Musikindustrie „innovative Musikformen vernichtet hat“. Die Legalisierung von P2P-Netzwerken würde kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche Betätigungsmöglichkeiten bieten, die derzeit „noch von den vier großen Musikkonzernen monopolisiert werden“.

Bei den Abrechnungsmethoden räumt das Netzwerk ein, dass es kein perfektes Bezahlungssystem gebe. Eine pauschale Abgabe habe sich aber etwa bei der Krankenversicherung und der Abgabe auf Leerkassetten „sehr bewährt“. Weiter weist das Netzwerk darauf hin, dass die Verwaltungskosten für eine Flatrate „wesentlich geringer“ seien, als der „riesige Apparat bei Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichten und der Musik- und Filmindustrie“ der zur Verfolung von Filesharern aufgebaut werde. Abschließend stellt das Filesharing Netzwerk fest, dass durch eine Flatrate dem „Überwachungswahn Einhalt geboten werden könnte“. Das freie Tauschen von Musik und Filmen könne nur mit polizeistaatlichen Mitteln unterbunden werden, womit die Industrie die Bereitschaft signalisiere, Bürgerrechte mit Füßen zu treten. Beleg dafür sei nicht zuletzt Gebhardts Aussage, der Kampf müsse mit allen Mitteln geführt werden.

Mehr zum Thema