Recorded & Publishing

Fifield und Koppelman weiter im Rennen um EMI

Auch wenn Corvus Capital kalte Füße bekommen hat: „Lucky“ Jim Fifield und Charles Koppelman geben nicht auf – sie wollen EMI untereinander aufteilen. Warner Music ist derweil noch mit der Buchprüfung von EMI beschäftigt.

Auch wenn die Private-Equity-Firma Corvus Capital inzwischen kalte Füße bekommen und ihr Angebot für die EMI Group zurückgezogen hat: Die beiden ehemaligen EMI-Chefs Jim Fifield und Charles Koppelman geben nicht auf – sie wollen den britischen Major untereinander aufteilen.

Fifield hatte sich nach seinem Abschied von EMI im Jahr 1998 den Spitznamen „Lucky Jim“ eingehandelt, weil er sich seinen Sturz von der Konzernspitze mit einem goldenen Fallschirm im Wert von gut zwölf Mio. Pfund abbremsen ließ. Koppelman leitete einst das Nordamerikageschäft der Briten. Zusammen wollen die beiden Branchenveteranen nun EMI in ruhigere Fahrwasser navigieren.

Dabei helfen soll jetzt angeblich wieder ein Geldgeber aus dem Nahen Osten. Mitglieder des Königshauses von Katar standen angeblich schon Anfang des Jahres hinter einer Offerte von Fifield, der nach einer erfolgreichen Übernahme das Tonträgergeschäft bei EMI Recorded Music leiten möchte. Koppelman verlässt sich unterdessen auf die Geldgeber von GTCR Golder Rauner, die bereits die Finanzen stellten, als Koppelman im vergangenen Jahr für BMG Music Publishing mitbot. Laut „New York Post“ könnte das Duo schon in der kommenden Woche ein Angebot vorlegen, das die 3,2-Mrd.-Pfund-Offerte von Terra Firma toppt.

Unterdessen bleibt die Strategie des bislang als wahrscheinlichster Käufer gehandelten Mitbewerber unklar: Die Warner Music Group (WMG) ist Medienberichten zufolge noch mit der Buchprüfung von EMI beschäftigt. Diese soll frühestens am Freitag, 25. Mai, abgeschlossen sein. Danach hat die WMG drei Optionen: sich geschlagen geben, ein höheres Gebot abgeben oder Terra Firma den Vortritt lassen, um dem Finanzinvestor später EMI Recorded Music abzukaufen.

Terra-Firma-Chef Guy Hands soll jedoch hinter verschlossenen Türen bereits eine Teilung der EMI Group ausgeschlossen haben. Für ein neues Kampfgebot aus New York spricht ein internes Warner-Gutachten aus dem Jahr 2004. Damals hatte Berater Dick Snyder errechnet, dass eine Fusion der beiden Majors jährlich 215 Mio. Dollar einsparen würde: 65 Mio. in der Verlagssparte, 150 Mio. im Tonträgergeschäft. Seither haben zwar beide Firmen deutlich an Marktwert verloren, doch das Synergiepotenzial wird noch immer als groß bewertet.

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