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Ferneyhough bekommt Siemens Musikpreis

Der diesjährige Ernst von Siemens Musikpreis geht an den britischen Komponisten Brian Ferneyhough. Die Preisverleihung findet am 3. Mai in den Münchner Kammerspielen statt.

Der diesjährige Ernst von Siemens Musikpreis geht an den britischen Komponisten Brian Ferneyhough. Die Bayerische Akademie der Schönen Künste übergibt Ferneyhough die mit 200.000 Euro dotierte Ehrung, die als eine Art „Nobelpreis der Musik“ gilt, am 3. Mai in den Münchner Kammerspielen.

In der Begündung der Jury heißt es, der Brite habe die Ideen der Avantgarde der 50er- und 60er-Jahre in musikalischer und theoretischer Reflexion weiterentwickelt und sei mit fast jedem seiner Werke neuen Fragestellungen nachgegangen. Zudem habe Ferneyhough als Kompositionslehrer „ganze Generationen“ von Musikschaffenden geprägt.

Der 1943 im englischen Coventry geborene Ferneyhough gilt als einer der profiliertesten zeitgenössischen Komponisten. Seine intellektuellen, sich gängigen Genres und dem Zeitgeist verweigernden Werke stellen indes höchste Anforderungen an das Publikum wie an die Musiker, die sie aufführen. So zählen seine Streichquartette, die meist vom Arditti Quartet uraufgeführt wurden, zu den am schwierigsten zu spielenden Kompositionen dieser Gattung. Großes Aufsehen erregte Ferneyhough unter anderem mit seiner einzigen Oper „Shadowtime“, die 2004 bei der Münchner Biennale für neues Musiktheater erstmals aufgeführt wurde, und das Orchesterstück „Plötzlichkeit“, das 2006 bei den Donaueschinger Musiktagen auf dem Programm stand. Ferneyhough lehrt heute an der Stanford-Universität in Kalifornien.

Die Siemens-Stiftung vergibt am 3. Mai außer der Ehrung an Ferneyhough auch zahlreiche Förderpreise im Gesamtwert von 1,8 Millionen Euro – unter anderem an die Donaueschinger Musiktage, das Lucerne Festival, die Bamberger Symphoniker, das Europäische Zentrum der Künste in Dresden-Hellerau sowie an die Komponisten Markus Hechtle und Vykintas Baltakas.