Günstigere Preise für CDs seien „grundsätzlich der richtige Ansatz“, betont GDM-Präsident Michael Huchthausen. Die Handelsspanne sei aber gerade bei den von BMG angebotenen Basis-CDs „völlig indiskutabel“. BMG bietet dem Handel die Basis-CDs mit ihrem empfohlenen Verkaufspreis von 9,99 Euro laut Phononet zu einem HAP von 8,50 Euro an, die zu erzielenden Netto-Einkaufspreise liegen allerdings nach den unterschiedlichen Konditionen des Handelshauses niedriger. „Da hat man mal wieder nicht an den Fachhandel gedacht“, lautet nun Huchthausens Kommentar. Zudem bleibe offenbar die gesamte Aufklärungsarbeit an den Mitarbeitern in den Geschäften hängen, klagt er. Dort müsse nun den Kunden erklärt werden, warum manche Neuerscheinungen zu Preisen von 9,99 Euro in der Basis- oder 12,99 Euro in der Standard-Version im Regal stehen, und andere VÖs zu einem Preis von 18,99 Euro. „Allein dafür müsste dem Handel schon ein höhere Spanne zukommen. Ich halte das Modell in seiner derzeitigen Form für inkonsequent; ob es für den Musikkäufer interessant sein wird, bleibt abzuwarten.“
„Meine Kalkulation um 20 Prozent zu beschneiden ist ein Unding“, klagt auch Thomas Glück vom Frankfurter Musikladen. Angesichts der empfohlenen VKs und der von BMG angebotenen EKs werde die Handelsspanne „schlagartig“ von 60 auf 40 Prozent gedrückt. „Das ist das endgültige Aus für den angeblich so gefragten Fachhandel.“ Glück fürchtet zudem, dass andere Firmen sich am Beispiel von BMG orientieren. Sie könnten dann versuchen, auf dem Rücken des Handels niedrigere VKs durchzudrücken, ohne die eigene Kalkulation beschneiden zu müssen. „Wehret den Anfängen“, fordert Glück. Im Gespräch mit musikwoche hatte BMG-Manager Rolf Gilbert zuvor erklärt, die Preisoffensive sei mit den wichtigsten Handelspartnern abgestimmt und der Handel sei ohne Vorbehalte eingestiegen.






