Im Prozess der Musikindustrie gegen die Betreiber des P2P-Netzwerks Kazaa hat Richter Murray Wilcox in Australien verfügt, dass nun US-amerikanische Technologieexperten vor Gericht die Funktionsfähigkeit von Filtersystemen in Tauschbörsen einschätzen sollen. Am vergangenen Wochenende ließen deshalb Kläger und Beklagte ihre Fachleute nach Sidney einfliegen.
Beide Streitparteien werden nun an den kommenden Verhandlungstagen mit Hilfe ihrer Fachleute erklären, wie die Kazaa-Technologie funktioniert und ob die Betreiberfirma Sharman Networks in der Lage ist, die im Netzwerk getauschten Dateien zu identifizieren und bei Bedarf zu filtern. Dies ist nach Ansicht von Richter Wilcox die Kernfrage in diesem Prozess.
Zu einem Verbot oder einer Schließung von Kazaa wird es jedoch aller Voraussicht nach nicht kommen. Wilcox sagte im Laufe der Anhörung in der letzten Woche zu den Klägern aus der Musikbranche: „Selbstverständlich haben Sie das Recht, Ihre Urheberrechte zu schützen. Sie haben allerdings nicht das Recht, das Internet zu kontrollieren.“





