Noch bevor sich Amazon offiziell zu seinen Plänen für ein Downloadangebot bekennt, melden sich die Skeptiker. Der Einstieg ins Digitalgeschäft sei nur ein verzweifelter Versuch, die erodierenden CD-Verkäufe des E-Tailers zu kompensieren, meinen Analysten. Amazon werde, sollte der Download/Abo-Shop tatsächlich wie berichtet Mitte des Jahres eröffnen, den digitalen Markt sehr spät betreten und könne dabei nur schwerlich mehr bieten als die bereits bestehenden Angebote.
Selbst eine Weltfirma wie Yahoo! tue sich mit ihrem Musikabo äußerst schwer auf dem Markt, findet z.B. Amerikas Branchenkritiker Bob Lefsetz. Und Abospezialisten wie RealNetworks oder Napster befriedigen schon jetzt den noch eher dürftigen Bedarf nach Mietmusik. „Das Problem von Amazon ist, dass sich die Kunden immer mehr von der CD weg und hin zu digitalen Formaten orientieren. Und das trifft Amazon inzwischen im Kerngeschäft“, erklärt David Garrity, Research Director bei Investec. „Es dürfte für Amazon schwer werden, sich neu als Anbieter von Downloads zu positionieren“, so der Analyst.
Auch die angebliche Kooperation mit einem Hardwarehersteller sorgt für Stirnrunzeln. Sollte Amazon wirklich einen eigenen MP3-Player auf den Markt bringen, um das Musikabo voranzubringen, droht dem E-Tailer eine andere Umsatzquelle zu versiegen: Derzeit verkauft Amazon etwa ein Zehntel aller iPods in den USA.





