„2009 feiern wir unser zehnjähriges Jubiläum und hoffen, dass wir bis dahin auch in Deutschland etwas bekannter sein werden“, erklärt Bojan Boskovic, Veranstalter des Exit-Festivals, im Gespräch mit MusikWoche. „Engländer, Schotten und Iren kommen bereits in Scharen“, sagt er. „Aber soweit ich weiß, sind das auch die reisefreudigsten Fans in Europa.“ In Großbritannien wurde Exit 2007 von über 10.000 Teilnehmern zum „Festival des Jahres“ gewählt. „Eine nette Bestätigung unser kontinuierlichen Aufbauarbeit“, freut sich der Exit-Impresario. Im Gegensatz zum Sziget-Festival in der ungarischen Hauptstadt Budapest und anderen Events im ehemaligen Ostblock hatten die Exit-Macher lange Zeit mit dem Stigma der Kriegswirren auf dem Balkan zu kämpfen. Serbien galt als Aggressor; bis heute schwelt der Konflikt um ein unabhängiges Kosovo. Noch im Frühjahr 2000 bombardierte die Nato in Novi Sad die zentrale Brücke zwischen Altstadt und Festivalgelände, das sich – hoch über der Donau – in der weit verzweigten Festungsanlage Petrovaradin befindet. „Damals haben wir rund um das erste Exit-Festival den Widerstand gegen Slobodan Milosevic und seine SPS-Partei organisiert. Zwar spielte sich die große Politik in Belgrad ab, doch wir wollten auch hier ein Zeichen gegen dieses Opa-Regime setzen.“
Exit-Festival in Novi Sad lockte 170.000 Zuschauer nach Serbien
Nicht nur in Deutschland boomen Festivals, auch in Osteuropa erfreuen sich Großveranstaltungen wie das ungarische Sziget oder das Exit im serbischen Novi Sad zunehmender Beliebtheit. Anders als in Westeuropa kam vor allem beim Exit, das vom 10. bis 13. Juli stattfand, auch eine politische Dimension hinzu.





