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Eurovision Song Contest: Der Westen fährt schweres Geschütz auf

Selten war ein Eurovision Song Contest so symbolträchtig wie der Wettbewerb 2009 in der russischen Hauptstadt. Während viele ehemalige Ostblockstaaten ihre Teilnahme nutzen, um demonstrativ auf kulturelle Unterschiede zu den ehemaligen Besatzern hinzuweisen, startet der Westen eine noch nie dagewesene Staroffensive – mit ungewissem Ausgang.

Die Briten hatten schon immer ein gespaltenes Verhältnis zum Eurovision Song Contest (ESC). Die Möglichkeit zur Teilnahme am ersten Wettbewerb 1956 ließ die BBC ungenutzt verstreichen, nach einem wenig rühmlichen Debüt im darauf folgenden Jahr zog man sich 1958 gleich wieder in den Schmollwinkel zurück – um Europa in den Folgejahren umso deutlicher zu zeigen, wo der Popmusik-Hammer hängt: Zwischen 1959 und 1999 lag das Vereinigte Königreich rekordverdächtige 22 Mal auf den Medaillenrängen, davon fünfmal auf dem ersten und 15-mal auf dem zweiten Platz. Achtmal wurde der Wettbewerb in Großbritannien ausgerichtet. Was aus deutscher Sicht eine Erfolgsgeschichte wäre, sorgt jenseits des Ärmelkanals nur für ein müdes Achselzucken. Nach eigenem Dafürhalten hätte man den Song Contest viel öfter gewinnen müssen, schließlich sei man ja das Mutterland der Popmusik.

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