Einer Studie der Europäischen Kommission zur Lage der Kreativwirtschaft zufolge soll das Musikgeschäft in der EU künftig wieder wachsen. Im Moment sei der Markt für Musikaufnahmen nach Angaben des 350-Seiten-Berichts rund elf Milliarden Euro schwer und werde bis 2009 jährlich um 7,2 Prozent auf dann gut 15,5 Milliarden Euro anwachsen. Als Verlustrate bei den physischen Tonträgern gehen die EU-Marktforscher der Studie „The Economy Of Culture In Europe“ von 1,9 Prozent aus, diese Einbußen würden von Zuwächsen bei den digitalen Formaten aufgefangen.
So sollen Onlinedownloads im Jahr 2009 nach einem prognostizierten Jahreswachstum von durchschnittlich 91,3 Prozent rund 1,7 Milliarden Euro und damit einen Anteil am Gesamtmarkt von elf Prozent erreichen. Mobile Musikanwendungen sollen zudem bis 2009 rund ein Drittel des Marktes oder rund fünf Milliarden Euro auf sich vereinigen. Möglich gemacht wird das dem Bericht zufolge durch den Anstieg der Kunden kabelloser Übertragungsdienste.
Der kulturelle Sektor trage in Europa 2,6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftige 5,8 Millionen Menschen – mehr als alle Beschäftigten in Griechenland und Irland zusammengenommen. Der Umsatz der Branche liegt der EU zufolge bei 650 Milliarden Euro und damit doppelt so hoch wie der der Automobilindustrie. Auch das Wachstum sei herausragend, da es 12,3 Prozent höher gelegen habe als das der Gesamtwirtschaft der EU.
Jan Figel, Europäischer Kommissar für Kultur und Erziehung, lobt das Konzept der Studie: „Diese Studie hilft uns zu belegen, dass Kunst und Kultur keine Marginalie im ökonomischen Sinne sind. Im Gegenteil, sie sind Arbeitgeber vieler Menschen und tragen zu Innovation, Wirtschafts- und Sozialentwicklung in ganz Europa bei.“






