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EU-Zöllner beschlagnahmen 48 Prozent weniger Piraten-CDs

Die Einfuhrflut gefälschter Produkte in die EU ging im Jahr 2005 merklich zurück. Dennoch will Zollkommissar László Kovács keine Entwarnung geben. Europäischen Unternehmen und Finanzämtern gingen durch Piraterie jährlich weiterhin 500 Milliarden Euro durch die Lappen.

Die Einfuhrflut gefälschter Produkte in die EU ging im Jahr 2005 merklich zurück. Die Gesamtsumme der konfiszierten Waren sank im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 75,73 Millionen gefälschte Waren. Dennoch will Zollkommissar László Kovács keine Entwarnung geben. Europäischen Unternehmen und Finanzämtern gingen durch Piraterie jährlich weiterhin 500 Milliarden Euro durch die Lappen.

Der Rückgang dürfe keinesfalls mit einer nachlassenden Aktivität der Piraten erklärt werden. Vielmehr verstünden es die Fälscher, ihre Transportwege schnell zu ändern und sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen. So hätten sich als neue Transitrouten in die EU inzwischen Länder wie die Schweiz, Afghanistan oder Guinea entwickelt. Die überwiegende Mehrheit der Piratenware kommt allerdings weiterhin aus China. 51 Prozent aller gefälschten CDs, DVDs und Softwareprodukte stammen aus dem Reich der Mitte.

Insgesamt ging die Zahl der beschlagnahmten CDs und DVDs im Jahr 2005 um 48 Prozent auf nur noch 9,7 Mio. Stück zurück. Diese eigentlich erfreuliche Entwicklung lasse sich jedoch mit einer Zunahme der Onlinepiraterie erklären, so Kovács. Auch die IFPI verwies darauf, dass man sich im Kampf gegen Raubkopierer nun nicht bequem zurücklehnen dürfe. Der Tonträgerweltverband geht davon aus, dass weltweit gefälschte CDs im Wert von 3,5 Milliarden Euro in Umlauf sind.

Während die Zollbilanz bei Entertainmentprodukten stark rückläufig ist, gingen den Fahndern 40 Prozent mehr Markentextilien (elf Millionen Produkte) ins Netz. Spitzenreiter der „Schmuggel-Top-Ten“ bleiben Zigaretten mit knapp 33 Millionen konfiszierten Einheiten.

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